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Bevölkerung schützen und AKW Gundremmingen sofort abschalten

Schwäbischer Abgeordneter Herbert Woerlein: Sicherheit muss Vorrang haben vor dem Profit

Für erheblichen Ärger sorgen aktuell die dreisten Abbaupläne der Betreiber des AKW Gundremmingen, die einen Weiterbetrieb von Block C vorsehen, während Block B bereits abgebaut werden soll. Für den schwäbischen Landtagsabgeordneten Herbert Woerlein ein Unding: „Hier stehen eindeutig wirtschaftliche Interessen im Vordergrund und nicht der Schutz der Bevölkerung. Der Abriss von Block B bei laufendem Block C ist viel zu gefährlich.“

Auch die Wissenschaft sieht das so. Prof. Manfred Mertins und der Zweitgutachter Lothar Hahn kommen zu dem Ergebnis, dass die Blöcke B und C des AKW Gundremmingen gegen die deutschen AKW-Anforderungen verstoßen, da die Not- und Nachkühlsysteme nicht erdbebensicher seien. Sie folgern daraus, dass die beiden Blöcke sofort abgeschaltet werden müssen.

Auch die Entsorgungskommission der Bundesrepublik Deutschland hat sich mit ihren „Leitlinien zur Stilllegung von kerntechnischen Anlagen“ eindeutig für die Herstellung von Kernbrennstofffreiheit als Maßnahme zur Vorbereitung des Abbaus der Anlage ausgesprochen.

Hier wäre die Aufsichtsbehörde gefordert, stellt Woerlein klar: "Für mich hat das Umweltministerium als Aufsichtsbehörde eine klar definierte Aufgabe: Der Schutz der Bevölkerung hat oberste Priorität, wirtschaftliche Interessen der Betreiber sind nachrangig. Leider stellt sich das momentan genau anders herum dar!" Woerlein will im Schulterschluss mit dem Bund Naturschutz keinen Abriss unter beladenen Brennelementebecken.

Woerlein erinnert das Umweltministerium an dessen eigene Aussagen: "Im Umweltausschuss am 24.11.2016 hat Dr. Unger vom Umweltministerium auf Nachfrage klar festgestellt, dass mit der Entfernung der Kernbrennstoffe aus der Anlage vor dem Abbau tatsächlich eine deutliche Minderung des Risikopotenzials einhergeht. So ließe sich also das Gefahrenpotenzial für die Menschen in direkter Umgebung signifikant verringern!"

Ohnehin werde die Bevölkerung unter den Auswirkungen der Anlage noch Jahrzehnte leiden, betont Woerlein, denn Gundremmingen werde ein riesiges Zwischenlager für Atommüll werden, das nicht gegen Terrorismus und Flugzeugabstürze gesichert sei. Ein deutsches Endlager werde es nach momentanen Schätzungen frühestens in 70 bis 100 Jahren geben.

Woerlein sorgt sich um die Sicherheit der süddeutschen Bevölkerung: "In Tschernobyl führte menschliches Versagen zur Katastrophe, in Fukushima war es ein Tsunami, jetzt haben wir es in der Hand zu verhindern, dass in Süddeutschland ein AKW wegen Materialermüdung und veralteter Technik die Menschen gefährdet. Die Betreiber haben schleunigst detaillierte Abbaupläne vorzulegen, die unter anderem auch deutlich auf die Strahlenemissionen beim Abbau eingehen."

Gundremmingen ist das älteste AKW Deutschlands und das letzte, das noch mit Siedewasserreaktoren betrieben wird.

Redaktion

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