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Immer weniger Fahrraddiebstähle in Bayern werden aufgeklärt

Quote sinkt auf 11,2 Prozent - SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher fordert mehr Polizisten

Wessen Fahrrad in Bayern gestohlen wird, hat kaum eine Chance, es wiederzubekommen. Von den knapp 29.000 gemeldeten Fahrraddiebstählen im vergangenen Jahr im Freistaat konnten nur 11,2 Prozent aufgeklärt werden, räumte das Innenministerium in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher ein. 

Seit Jahren sinkt die Aufklärungsquote kontinuierlich. 2012 konnten noch 14,7 Prozent der Fahrraddiebstähle ermittelt werden. Zum Vergleich: Beim Autodiebstahl liegt die Aufklärungsquote bei 57,5 Prozent. Beim Aufklärungserfolg in Sachen Fahrraddiebstahl belegt Bayern dem Ministerium zufolge einen mittleren siebten Platz im Bundesländervergleich hinter Niedersachsen, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und dem Saarland.

„Diese Entwicklung ist wirklich ärgerlich“, kritisiert Rinderspacher. „Immer mehr Menschen würden gerade in den Ballungsräumen gerne öfter vom Auto aufs Radl umsteigen. Aber um den Radverkehr zu stärken, brauchen wir mehr Sicherheit vor Diebstählen und ein konsequenteres Verfolgen der Täter.“

Rinderspacher sieht die vielen derzeit nicht besetzten Polizistenstellen als einen Hauptgrund für die negative Entwicklung: „Im Freistaat sind derzeit 2.545 Polizistinnen und Polizisten weniger tatsächlich im Dienst, als es Stellen gibt. Die bayerischen Polizeibeamten sind hoch engagiert und leistungsbereit, aber wenn in den Polizeiinspektionen an allen Ecken und Enden Personal fehlt, verwundert es kaum, dass Aufklärungsquoten bei Eigentumsdelikten wie Fahrraddiebstählen seit Jahren rückläufig sind.“

Rinderspacher plädiert deshalb für die Entlastung der Beamten von polizeifremden Aufgaben wie der Begleitung von Schwertransporten oder Gefangenentransporten. Weiter will er mehr Bürokräfte zur Entlastung der Polizisten von Verwaltungsarbeit einstellen. 

Außerdem fordert der SPD-Fraktionsvorsitzende eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Kooperation der Polizeibehörden. Laut Innenministerium und Landeskriminalamt haben die Ermittler „Hinweise darauf, dass insbesondere bandenmäßig agierende Tatverdächtige aus Ost- und Südosteuropa (u.a. Polen, Litauen, Slowakei, Rumänien, Ungarn, Serbien) vor allem im großstädtischen Bereich gezielt gebrauchte, hochwertige Fahrräder entwenden und das Diebesgut sofort mittels Kleintransporter und Anhänger abtransportieren“.

Redaktion

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