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80 Prozent der Kinder ohne ausreichende Nachmittagsbetreuung

SPD-Vizin Simone Strohmayr legt aktuelle Zahlen zur Situation in Bayern vor und fordert Rechtsanspruch für die Familien

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule stellt zehntausende bayerische Familien vor nahezu unlösbare organisatorische Probleme. Während die Kinder berufstätiger Eltern bislang in den Kitas bis 17.00 Uhr betreut und unter Aufsicht waren, ist diese Unterstützung in der Grundschule fast nirgendwo zu finden. In Bayern gibt es derzeit nur für 20 Prozent (88.754) der 432.189 Grundschüler einen verlässlichen Ganztagsbetreuungsplatz, der annähernd die Strukturen bietet, die Eltern von Kitas gewöhnt sind. In den Kitas sind es - Dank Rechtsanspruch - 98 Prozent.

Diese Zahlen mussten das Kultus- und das Familienministerium auf parlamentarische Anfragen von Dr. Simone Strohmayr und Martin Gülleinräumen. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Strohmayr betont: „Dieser Bruch ist für viele Familien ein unlösbares Problem. Wenn die Eltern arbeiten, brauchen sie nachmittags Unterstützung. Deshalb treten wir für einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung ein. Alle Grundschulen in Bayern müssen – genauso wie die Kindertagesstätten – ein ganztägiges Angebot haben. Das heißt nicht, dass das jeder annehmen muss, macht ja in den Kindertagesstätten auch nicht jeder. Aber es muss ein Angebot geben.“ 

Die 20 Prozent an zuverlässiger Betreuung setzen sich zusammen aus Hortplätzen, Tagesheimen und Kinderhäusern (88.754). Weitere 19,7 Prozent der Grundschüler (85.238) müssen zurechtkommen mit der zeitlich stark eingeschränkten Mittagsbetreuung und 11,7 Prozent (48.696) mit Ganztagsschulen, die alle nicht bis zum Feierabend der Eltern dauern und auch in den Ferien nicht durchgehend offen sind. Und für rund 50 Prozent der Grundschulkinder gibt es gar keine Nachmittagsbetreuungsangebote. 

Strohmayr hält das für nicht hinnehmbar: „Es ist einfach bitter für die Eltern, dass sie in Bayern so wenig unterstützt werden, Erwerbsarbeit und Familienleben vereinbaren zu können. Selbst bei den existierenden Angeboten gibt es noch Ungerechtigkeiten und ganz erhebliche Qualitätsunterschiede. Es ist nicht einmal gewährleistet, dass die Kinder bei den Hausaufgaben betreut werden. Noch dazu kommt, dass die Angebote unterschiedlich viel kosten. Von kostenfrei bis 250 Euro im Monat ist alles dabei. Die Familien brauchen hohe Qualität, Kostenfreiheit und vor allem verlässliche Betreuungszeiten bis zum Abend.“

Redaktion

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