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In einer Liegenschaft der Zerevani, der Sicherheitskräfte im Nordirak, bilden die Deutschen gemeinsam mit den Koalitionspartnern die Peschmerga für den Kampf gegen die Terroristen von IS aus

In einer Liegenschaft der Zerevani, der Sicherheitskräfte im Nordirak, bilden die Deutschen gemeinsam mit den Koalitionspartnern die Peschmerga für den Kampf gegen die Terroristen von IS aus

Oberstleutnant Thomas K. koordiniert alles, vom Trinkwasser bis hin zur Munition. Die kulturellen Unterschiede sind nicht die einzigen Herausforderungen.

Alle gemeinsam gegen den Terror von IS

Alle gemeinsam gegen den Terror von IS (Quelle: Bundeswehr/KTCC)Größere Abbildung anzeigen

Oberstleutnant Thomas K. ist bereits zum zweiten Mal in Erbil. Er ist dem deutschen Generalkonsulat für die Koordination der zivil-militärischen Zusammenarbeit unterstellt und unterstützt das deutsche Kontingent nach besten Kräften. Er ist unter anderem verantwortlich für die gesamte Koordination für Essen, Trinken, Ausbildungsorte, Munition, Absprachen, kurz: Für alles Praktische. „Zumindest fühlt es sich so an. Ich bin hier als Koordinator aber nicht alleine. Ich habe noch einen deutschen Oberfeldwebel an meiner Seite und einen Ansprechpartner auf Seiten der Peschmerga“, erläutert Oberstleutnant Thomas K.. Der deutsche Offizier freut sich, dass Oberst Karwan B. nach kurzem Urlaub wieder da ist. Ohne den deutschsprachigen, erfahrenen Offizier war es zuletzt schwieriger, schnell zu Ergebnissen zu kommen.

 

Kulturelle Zeitunterschiede

Für vier Wochen ist dies die Unterkunft der übenden Truppe

Für vier Wochen ist dies die Unterkunft der übenden Truppe (Quelle: Bundeswehr/KTCC)Größere Abbildung anzeigen

Der Blick in die Unterkünfte kurdischen Kämpfer erinnert an eine Turnhalle, etwa 70 Etagenbetten pro Raum, eine Wolldecke und Kopfkissen. „Wie auf einem unserer Truppenübungsplätze der 60er Jahre“, ist der erste Eindruck. In Sachen Sauberkeit der sanitären Anlagen könnte es besser stehen. Möglicherweise hilft ja hier der beratende Hinweis, dass Hygiene und Sauberkeit auch Auswirkungen auf die Kampfkraft haben können. Duschen gibt es gar nicht, wie die Peschmerga sagen. „Wir müssen sicherstellen, dass immer genügend Wasser zum Trinken da ist, es wird jetzt immer wärmer“, weist Thomas K. mit Blick auf die Temperaturen hin. Die Trinkwasserwasserqualität muss sichergestellt sein. „Bevor jemand der Auszubildenden krank wird, der aus der Leitung getrunken hat“, fügt Thomas K. hinzu.
Munitionsempfang war eigentlich für 8:00 Uhr geplant. Niemand da. Aber hier im Irak ist gestern doch gar nicht auf Sommerzeit umgestellt worden? Um zehn nach acht der erste Anruf, um halb neun kommt endlich der Mann mit dem Schlüssel. Es dauert halt alles manchmal ein wenig.

 

Alles gegen den Terror

Nur mit Blick ins Gelände und dem Blick ins Auge des Gesprächspartners

Nur mit Blick ins Gelände und dem Blick ins Auge des Gesprächspartners (Quelle: Bundeswehr/KTCC)Größere Abbildung anzeigen

Einige der Ausbildungsorte liegen im freien Gelände. Sie werden von der Bevölkerung für Ackerbau und Viehzucht genutzt. Jetzt gab es Gerüchte, dass eines der Täler durch die Soldaten nicht mehr genutzt werden dürfe. Da hilft nur das Gespräch mit dem Bürgermeister. In dem kleinen Dorf mit 350 Einwohnern, deren Familien schon seit fast 300 Jahren hier wohnen, trifft Oberstleutnant Thomas K. den Ältesten, Hamid. Schnell sind auch viele andere Bewohner, darunter viele Kinder, um die kleine Gruppe versammelt. Thomas K. bedankte sich zunächst für die Nutzung des Tales in der Vergangenheit und informierte im Laufe der Gespräche über die zukünftige Planung. „Wenn es gegen IS nützt, könnt ihr alles von uns haben", verspricht Hamid am Schluss. Es wurde freundlich gesprochen und viel gelacht. Aber als unser Übersetzer erklärt, dass einer der kleinen Jungen gerade seinen Vater verloren hat, bricht er selbst in Tränen aus. Sein Neffe starb letztes Jahr im Kampf gegen IS.

Vor Ort im Gespräch, um Probleme zu lösen

Vor Ort im Gespräch, um Probleme zu lösen (Quelle: Bundeswehr/KTCC)Größere Abbildung anzeigen

 

Es gibt noch viel zu tun in diesem Kampf. An diesem Tag konnte Oberstleutnant Thomas K. viele Kleinigkeiten besprechen. Das Tal kann weiter für die Ausbildung genutzt werden. Und das Duschhaus in der Kaserne wurde bereits repariert. Die verschiedenen Kulturen sind näher zusammen gerückt, das Verständnis füreinander ist gewachsen. Die internationalen Ausbilder sind hier willkommen und werden sehr geschätzt.

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