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Verbände starten Aufruf für eine Gesellschaft ohne Kinderarmut

Mehr als 30 Verbände und Nichtregierungsorganisationen
sowie Experten aus Wissenschaft und Kirchen appellieren in einem Aufruf an die
Politik, Armut und Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen wirksam zu
bekämpfen.

In ihrem Aufruf "Wir wollen eine Gesellschaft, der jedes Kind gleich viel wert
ist!" fordern die Unterzeichner eine eigenständige und einheitliche Geldleistung
für alle Kinder und Jugendlichen, die deren finanzielles Existenzminimum und
gesellschaftliche Teilhabe wirklich absichert.

Es sei zu tiefst ungerecht, wenn Eltern mit höheren Einkommen für ihre Kinder
mehr Unterstützung erhalten, als Eltern mit mittlerem oder niedrigem Einkommen.
Wer auf Grundsicherungsleistungen wie Hartz IV angewiesen sei, erhalte faktisch
kein Kindergeld, da es mit den Regelleistungen verrechnet wird. Auch der
bürokratische Kindergeldzuschlag erreiche nur wenige bedürftige Familien mit
Kindern, argumentieren die Unterzeichner. Eine einheitliche und eigenständige
Geldleistung würde zudem viele Kinder und Jugendliche aus dem diskriminierenden
und stigmatisierenden Bezug der Grundsicherungsleistungen herausholen.

Die Unterzeichner setzen sich weiterhin dafür ein, dass einkommensarme Familien
zusätzlich zu den Wohnungskosten alle Kosten erstattet bekommen, die mit dem
Schulbesuch ihrer Kinder zusammenhängen, zum Beispiel Nachhilfeunterricht und
Mittagessen. Des Weiteren, so fordern die Unterzeichner, sei die soziale und
familienbezogene Infrastruktur auszubauen. Hierzu gehören unter anderem
Ganztagsbetreuungsplätze, Familienberatung, Krisenhilfen, aber auch Lernorte und
Sportplätze.

Hintergrund:
Jedes fünfte Kind in Deutschland ist von Armut bedroht. Etwa drei Millionen
Jungen und Mädchen leben in Familien, die weniger als 60 Prozent des
durchschnittlichen Netto-Einkommens zur Verfügung haben.
1,8 Millionen Kinder leben in Haushalten, die Hartz IV beziehen. Von diesen
Kindern lebt mehr als die Hälfte bei einem alleinerziehenden Elternteil (zu 95
Prozent Frauen). 1,3 Millionen Minderjährige leben ohne Unterstützung, obwohl
teilweise Anspruch darauf bestünde. Aktuell nutzen etwa 350.000 Kinder und
Jugendliche die Angebote der Tafeln, die weit über die Lebensmittelausgabe
hinausgehen. Zudem wachsen fast eine halbe Million Kinder in Deutschland nur
knapp über der Armutsgrenze auf.

Redaktion

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