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Ulle Schauws und Tabea Rößner: Frauen in Kultur und Medien

Anlässlich der Präsentation der Studie „Frauen in Kultur und Medien, aktuelle Tendenzen und Entwicklungen“ erklären Ulle Schauws, Sprecherin für Frauen- und für Kulturpolitik, und Tabea Rößner, Sprecherin für Medien und Kreativwirtschaft:
 
Monika Grütters hat sich unsere Forderung zu Herzen genommen und eine aktuelle Studie zur Situation von Frauen in Kultur und Medien in Auftrag gegeben. Das wurde auch Zeit – die letzte Studie stammt aus dem Jahr 2000.  
 
In den letzten 16 Jahren zeigten jedoch Einzelstudien und Medienberichte immer wieder, dass sich die Missstände in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verbessert haben. Trotz einer steigenden Anzahl von Frauen in künstlerischen Studiengängen, sind bis heute Frauen in allen künstlerischen Sparten und den Medien nicht im gleichen Maße vertreten wie ihre männlichen Kollegen. Auch bei den Führungspositionen sieht es schlecht aus, beispielsweise sind die Chefredaktionen in deutschen Medien immer noch überwiegend männlich besetzt.
 
Bei geschlechtergerechter Kulturförderung geht es nicht um die Frage, ob Frauen oder Männer besser oder schlechter arbeiten, sondern darum, gleiche Voraussetzungen zu schaffen für dieselben Arbeitsmöglichkeiten und Aufstiegschancen für Frauen. Und es geht um die gerechte Verteilung von Geld und Perspektiven. Wenn wir zulassen, dass der Kulturbetrieb selbstverständlich von Männern dominiert und damit einseitig gefördert wird, bringen wir die Kultur um Chancen der kulturellen Vielfalt und Pluralität.
 
Um Geschlechtergerechtigkeit durchzusetzen muss Monika Grütters jetzt den Worten auch Taten folgen lassen. Einen ersten Schritt könnte Grütters bei der Filmförderungsgesetzesnovelle gehen, aber die Änderungen bei der Gremienbesetzung allein werden hier nicht ausreichen. Die Bundesregierung steht in der Verantwortung, auch bei öffentlich finanzierten Kultureinrichtungen und öffentlich geförderten Kulturprojekten die Gleichstellung von Frauen zu unterstützen und dafür die notwendigen Grundlagen zu schaffen.
 
 
Redaktion

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