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Angela Merkel: Wir teilen Ihren Schmerz

"Hinter den Menschen in München liegen ein Abend und eine Nacht des Schreckens", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel angesichts der Gewalttat von München. Alle stünden noch unter dem Eindruck der Bilder und der Berichte der Augenzeugen. "Neun Menschen, die am Freitagabend noch Einkäufe erledigen oder rasch etwas essen wollen, sind tot. Nach jetzigem Stand von den Kugeln eines einzelnen Täters", sagte die Kanzlerin am Samstag in Berlin.

"Freiheit aller Menschen weiter schützen"

Zuvor hatte sich das sogenannte Sicherheitskabinett im Bundeskanzleramt getroffen. Laut Merkel haben der Bundesinnenminister Thomas de Maizière und die Spitzen der Bundessicherheitsbehörden über den Stand der Ermittlungen informiert. De Maizière stehe fortlaufend im engsten Kontakt mit dem bayerischen Innenminister, sagte Merkel, "wie auch ich mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer".

Der Staat und seine Sicherheitsbehörden würden auch weiterhin alles daran setzen, um die Sicherheit und die Freiheit aller Menschen in Deutschland weiter zu schützen.

Die Kanzlerin lobte die Zusammenarbeit mit den bayerischen Behörden und denen des Bundes. Sie waren laut Merkel "von Beginn an eng und nahtlos". Dafür bedanke sie sich.

Bundesinnenminister de Maizière informierte kurz nach der Kanzlerin über den Stand der Ermittlungen. Demnach war der 18-jährige Amokläufer für die Sicherheitsbehörden zuvor unauffällig. De Maizière zufolge hatte der 18-Jährige "mit hoher Wahrscheinlichkeit" als Einzeltäter gehandelt. In der Wohnung des Täters sei Material gefunden worden, das Verbindungen zu bisherigen Amokläufen aufzeige. Auch gebe es Hinweise, dass er gemobbt worden sei. Ein Zusammenhang zum internationalen Terrorismus sei nicht zu erkennen.

"Wir alle trauern mit schwerem Herzen"

Die Kanzlerin drückte im Namen der ganzen Bundesregierung den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. "Wir alle trauern mit schwerem Herzen um die, die nie mehr zu ihren Familien zurückkehren werden. Den Familien, den Eltern und Kindern, für die heute alles leer und sinnlos erscheint, sage ich persönlich wie auch im Namen vieler Menschen in Deutschland: Wir teilen Ihren Schmerz. Wir denken an Sie. Wir leiden mit Ihnen."

Den zahlreichen Verletzten schickte Merkel die besten Genesungswünsche. "Mögen sie rasch aber vor allem wieder vollkommen gesund werden und alle Unterstützung finden, die sie dafür brauchen."

Viele Schreckensnachrichten binnen weniger Tage

"So ein Abend, so eine Nacht sind schwer zu ertragen. Für jeden von uns", sagte die Bundeskanzlerin. Angesichts der vielen Schreckensnachrichten binnen ganz weniger Tage seien sie umso schwerer hinzunehmen. Merkel sprach dabei über den Anschlag von Nizza. Am 14. Juli - zum französischen Nationalfeiertag - hatte ein Täter dort mit einem Lastwagen eine Menschenmenge angesteuert und 84 Personen getötet.

Die Kanzlerin sprach auch über das Attentat in einem Zug bei Würzburg - "der unfassbar grausame Axtangriff". Der Angreifer war vor gut einem Jahr als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Er hatte sich offenbar islamistisch radikalisiert.

"Wir werden herausfinden, was genau hinter der Tat in München stand. Wir werden auch nicht ruhen, bis wir präzise wissen, wie sich der Täter von Würzburg radikalisierte", sagte die Kanzlerin.

Was kann uns Zuversicht geben?

"Immer sind es Orte, an denen jeder von uns hätte sein können", sagte Merkel. Sie könne jeden verstehen, der nun mit Beklommenheit auf eine Menschenmenge zugehe und sich frage, ob er dort sicher sei.

"Was kann uns in solchen Momenten Zuversicht geben?", fragte die Bundeskanzlerin. "Ich denke da zuerst an unsere großartigen Sicherheitskräfte." Alle hätten am Abend und in der Nacht hochprofessionell gearbeitet. "Sie haben eine Millionenstadt in einer über Stunden unübersichtlichen Lage gesichert, sie haben besonnen kommuniziert. Sie waren und sind im besten Sinne Helfer und Beschützer der Bürgerinnen und Bürger." Sie gäben alles, genauso wie die Rettungskräfte.

Freiheit und Mitmenschlichkeit gezeigt

Die Kanzlerin dankte auch den Münchnerinnen und Münchnern. Sie seien den Anweisungen der Polizei ruhig nachgekommen, sie hätten einander beigestanden und ihre Wohnungen für Fremde geöffnet, die nicht mehr nach Hause kamen. "Und haben damit gezeigt, wie wir in einer freien und mitmenschlichen Gesellschaft zusammenleben", betonte Merkel. "In dieser Freiheit und Mitmenschlichkeit liegt unsere größte Stärke."

Sie bedankte sich auch für die große Anteilnahme aus dem Ausland. "Regierungen und Persönlichkeiten aus vielen Ländern, lassen uns Deutsche wissen, dass sie an uns denken, dass sie an unserer Seite stehen und - wenn nötig - Hilfe anbieten." Es sei gut zu wissen, dass es auch unter Völkern diese Solidarität gäbe, und dass Deutschland viele Freunde habe im Kampf gegen Gewalt und Terrorismus.

Redaktion

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