LandesPressePortal - Aktuelle Politik Nachrichten

Aleppo: Bundesregierung muss sich endlich an einer Luftbrücke beteiligen

Zur katastrophalen Situation in Aleppo erklären Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik, und Franziska Brantner, Vorsitzende des Unterausschusses für Zivile Krisenprävention:

Es ist Zeit für eine internationale Luftbrücke für die eingeschlossenen Menschen in Syrien. Nirgendwo wird die humanitäre Katastrophe dieser Menschen derzeit deutlicher als in Aleppo. 250.000 Menschen sind von allen notwendigen Gütern abgeschnitten, während die militärische Auseinandersetzung immer heftiger wird.

Nun verspricht Russland Hilfsgüter für belagerte Menschen in Aleppo. Das ist aus zwei Gründen zynisch: Erstens sind diese Menschen von den Truppen Assads belagert. Wenn Russland das ernst meint, dann sollte sich der Kreml darum bemühen, dass die Belagerung durch seinen Bündnispartner beendet wird. Zudem muss es sein eigenes Bombardement ziviler Gebiete einstellen. Zweitens haben die seltenen bisherigen Hilfskonvois jenseits der Propaganda das Leid der Menschen in den eingeschlossenen Gebieten Syriens kaum vermindert. Das Assad-Regime hält Lieferungen solange auf, bis Lebensmittel verdorben sind, oder entwendet vorsätzlich wichtige medizinische Güter oder Babynahrung aus den Lieferungen. Im Juni bombardierten die Truppen Assads den Marktplatz von Daraya, kurz nachdem dort die ersten Essenslieferungen seit drei Jahren eingetroffen waren.

Diese menschenverachtende systematische Praxis der Bestrafung derer, die Hilfe brauchen und bekommen, zeigt, dass die humanitäre Hilfe unter den Schutz der Vereinten Nationen gestellt werden muss. Die VN haben stets ihre Bereitschaft gezeigt, diese Hilfe – auch notfalls aus der Luft – zu übernehmen. Dafür brauchen sie allerdings die Bereitschaft der internationalen Gemeinschaft, ihr diese Hilfsleistungen materiell zu ermöglichen. Doch die vielen Aufrufe der VN blieben bisher ungehört. Die Bundesregierung hat sich im Rahmen der internationalen Unterstützungsgruppe für Syrien bereits im Juni verpflichtet, der VN Hilfe aus der Luft zu ermöglichen, wenn sich die Situation nicht bessert. Nichts ist seitdem geschehen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, endlich ihre Bereitschaft zur Beteiligung an einer Luftbrücke von humanitären Gütern nach Syrien zu erklären. Zudem fordern wir sie auf, sich in der EU und in den VN für eine breite Allianz der Humanität einzusetzen. Die Tatsache, dass belagerte Menschen nicht fliehen können, darf nicht zum zynischen Schluss führen, dass wir ihr Schicksal ignorieren.

 

Redaktion

Das LandesPressePortal (LPP) ist ein unabhängiges Presseportal für Parteien, Fraktionen und Ministerien in der Bundesrepublik Deutschland.

Um Presse-Meldungen auf dem LandesPressePortal zu veröffentlichen, senden Sie diese per Email (ggf. als Word-Dokument -Bitte kein PDF- und eventuell einem Bild im JPEG-Format mit mind. 1000 x 600 Pixel) an redaktion@landespresseportal.de. Grundsätzlich ist die Veröffentlichung von Presse-Meldungen auf dem LPP kostenlos. Die Redaktion bzw. der Seiteninhaber distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen veröffentlichten Video- & Presse-Meldungen und den Ton-, Bild- & Logo-Rechten. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion bzw. der Seitenbetreiber.

 

 

Weitere Videos der Redaktion

Ähnliche Artikel

  • UN-Beobachter begleiten Aleppo-Evakuierung
    Die UN haben die Entsendung von Beobachtern nach Aleppo beschlossen. Diese sollen über die Lage der Bevölkerung berichten und die Evakuierungen aus dem Ostteil der Stadt kontrollieren. Außenminister Steinmeier begrüßte die Einigung des Sicherheitsrats und sprach von einem "kleinen Hoffnungsschimmer". Die Kampfhandlungen im umkämpften Ostteils Aleppos sind mittlerweile zu einem vollständigen Ende…
  • Angela Merkel begrüßt die Waffenruhe in Aleppo
    Die Bundeskanzlerin begrüßt die Ankündigung Russlands, eine 48-stündige Feuerpause für die auf Seiten des Regimes kämpfenden Gruppen sicherzustellen. Außenminister Steinmeier forderte Russland auf, die Waffenruhe nun auch durchzusetzen und damit "tatsächliche Gewissheit" zu schaffen. Russland hat sich bereit erklärt, im syrischen Aleppo eine 48-stündige Feuerpause einzuhalten, um die humanitäre Versorgung…
  • Außenminister Steinmeier zur Waffenruhe in Aleppo
    Außenminister Steinmeier: Zusatzinformationen Nach schlimmen und tragischen Tagen und Wochen sieht es aus, als ob sich endlich vielleicht ein kleiner Lichtblick für die Menschen in Aleppo abzeichnen könnte. Das in tagelangen Verhandlungen erreichte Einverständnis Russlands mit einer 48stündigen Waffenruhe wäre ein wichtiger Schritt. Jetzt muss alles getan werden, dass aus der…
  • Gasangriff auf Stadtteil von Aleppo - Syrien
    Nach zahlreichen Medienberichten, soll es in einem Stadtteil von Aleppo, Syrien, zu einen Chemiewaffen-Angriffgekommen sein.     
  • Russland verhindert in Aleppo politische Lösung
    Russland verhindert in Aleppo politische Lösung   Zu den anhaltenden Luftschlägen Russlands an der Seite des Assadregimes erklären Marieluise Beck, Sprecherin für Osteuropapolitik, und Omid Nouripour, Sprecher für Außenpolitik:   Russlands militärische Unterstützung für das Assad Regime verhindert eine Lösung am Verhandlungstisch. Die Bombardierungen der Provinz Aleppo haben bereits jetzt zehntausende Menschen vertrieben. Hundertausende drohen in…

Copyright © Landespresseportal.de. Alle Rechte vorbehalten.

Top Desktop version