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DRK Suchdienst: So viele Anfragen von Flüchtlingen wie noch nie



Berlin, 25. August 2016       045/16

Internationaler Tag der Vermissten

DRK-Suchdienst: So viele Anfragen von
Flüchtlingen wie noch nie



Trotz sinkender Flüchtlingszahlen in Deutschland erwartet der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in diesem Jahr bei der internationalen Suche nach Angehörigen eine Rekordzahl an Anfragen.  Im ersten Halbjahr 2016 erreichten den Suchdienst bereits 1.401 neue Anfragen von Menschen, die infolge von Kriegen und bewaffneten Konflikten, Katastrophen oder durch Flucht und Migration voneinander getrennt worden sind. „Bis zum Jahresende erwarten wir insgesamt rund 3.000 Anfragen.  Das ist eine Steigerung von rund 90 Prozent gegenüber dem Jahr 2015 mit insgesamt  1.636 Anfragen. In fast der Hälfte aller Fälle konnte der DRK-Suchdienst Hilfe leisten, indem der Kontakt zu Angehörigen und Familien wiederhergestellt oder das Schicksal der vermissten Personen geklärt wurde“, sagte DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters in Berlin zum Internationalen Tag der Vermissten am 30. August. 


Bei der Suche nach vermissten Familienangehörigen von in Deutschland lebenden Flüchtlingen arbeitet der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes eng mit den weltweit insgesamt 190 nationalen Gesellschaften des Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes sowie dem Zentralen Suchdienst des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen. Durch die onlinebasierte Suche mit Fotos auf dem Internetportal „Trace-the-face“ und ein passwortgeschütztes Portal für Kinder und Jugendliche hat das internationale Suchdienstnetzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung die Suchmöglichkeiten für sowohl volljährige als auch minderjährige  Flüchtlinge in jüngster Zeit deutlich ausgebaut und verbessert.
 
Eine große Herausforderung im Rahmen der Suchdiensttätigkeit stellt die Identifizierung der Menschen dar, die auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. Das DRK setzt sich daher auch auf internationaler Ebene dafür ein, dass suchenden Angehörigen über das Schicksal toter Familienmitglieder Auskunft gegeben und ihnen geholfen werden kann, die Identifizierung vorzunehmen und später ein Begräbnis zu ermöglichen. „Der Bedarf für eine europäische Datenbank nicht identifizierter Toter, wie sie bereits von der deutschen Bundesregierung vor einigen Jahren angestoßen worden ist und aus Kostengründen von der EU nicht umgesetzt wurde, ist heute jedenfalls größer denn je. Wir halten eine solche Datenbank angesichts tausender toter Flüchtlinge in den vergangenen Jahren auf dem Mittelmeer für dringend erforderlich“, sagte DRK-Präsident Seiters.
 
Redaktion

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