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Friedrich Ostendorff: Agrarministerkonferenz: Milchmenge jetzt reduzieren


Agrarministerkonferenz: Milchmenge jetzt reduzieren

 

Zur heute beginnenden Agrarministerkonferenz in Rostock erklärt Friedrich Ostendorff, Sprecher für Agrarpolitik:

 

Die Landwirtschaft ist in der Krise, jeden Tag gehen weitere 10-20 Betriebe verloren, wenn Bundesminister Schmidt nicht endlich handelt. Der Minister Schmidt fällt als Krisenmanager aus, deshalb müssen jetzt die Landesminister die Lücke füllen. Von der Konferenz müssen starke Signale ausgehen: Wir brauchen kurzfristig eine Mengenrücknahme und langfristig eine Regulierung des Milchmarktes.

 

Eine Lösung kann es nur am Markt geben. Die Milchkrise hat die Bauern im vergangenen Jahr über drei Milliarden Euro gekostet. Diese Summe kann gar nicht durch politische Maßnahmen ausgeglichen werden. Die bäuerlichen Erzeuger brauchen einen kostendeckenden Milchpreis, alles andere wäre Augenwischerei. Wir müssen deshalb den Milchpreis ins Gleichgewicht bringen und kurzfristig das Überangebot am Markt abbauen.

 

Die Molkereien haben sich in der Milchkrise teilweise gesundsaniert und die Auszahlungspreise immer weiter nach unten gedrückt - ohne jegliche Maßnahmen zur Mengenreduzierung. Auch sie müssen jetzt endlich einen Beitrag zur Lösung der Milchkrise bringen und die Mittel für das nationale Hilfspaket auf das Doppelte aufstocken.

 

Eine aktiven Markt- und Milchstrukturpolitik ist dringend notwendig. Wir müssen jetzt die Lehren aus den Fehlern der Vergangenheit ziehen und zur Kenntnis nehmen, dass die Schwankungen des Weltmarktes zu einer katastrophalen Entwicklung geführt haben und welche katastrophale Folgen die Deregulierung des Milchmarktes für den ganzen landwirtschaftlichen Sektor hatte. Deshalb muss jetzt begonnen werden ein langfristig stabiles Krisenmanagementprogramm zur Intervention bei Marktkrisen zu entwickeln. Die Vorschläge dafür liegen auf dem Tisch.

 

Für den Erhalt der kleinen und mittleren Betriebe und der Milcherzeugung in der Fläche brauchen wir begleitend eine aktive Strukturpolitik, statt einer immer weiteren Konzentration in immer größeren Betrieben und in einzelnen Intensivtierhaltungsregionen. Wir brauchen eine Verarbeitung und Vermarktung, die auf den heimischen Markt ausgerichtet ist, dafür brauchen wir mehr kleine Molkereien, die mehr Qualität und mehr Wertschöpfung für die Betriebe bringen.

Redaktion

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