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Arbeitskosten im 2. Quartal 2016 um 1,8 % höher als im 2. Quartal 2015

In Deutschland sind die Arbeitskosten je geleistete Arbeitsstunde im Zeitraum zweites Quartal 2015 bis zum zweiten Quartal 2016 kalenderbereinigt um 1,8 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, stiegen die Arbeitskosten im Vergleich zum Vorquartal saison- und kalenderbereinigt um 0,2 %. 

Die Arbeitskosten setzen sich aus den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten zusammen. Die Kosten für Bruttoverdienste erhöhten sich im Zeitraum vom zweiten Quartal 2015 bis zum zweiten Quartal 2016 kalenderbereinigt um 1,1 %, die Lohnnebenkosten stiegen um 4,4 %. Dieser hohe Zuwachs der Lohnnebenkosten ist auf einen im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich gestiegenen Krankenstand im zweiten Quartal 2016 zurückzuführen, wodurch sich die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall als Bestandteil der Lohnnebenkosten deutlich erhöhte. Die Beitragssätze der Arbeitgeber zu den Sozialversicherungen blieben hingegen konstant. 

Für das erste Quartal 2016 liegen für 26 der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) Veränderungsraten der Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe und Dienstleistungsbereich vor. Nach diesen Ergebnissen verteuerte sich in Deutschland eine Stunde Arbeit im Vergleich zum Vorjahr kalenderbereinigt um 2,8 %. In der gesamten EU lag der durchschnittliche Anstieg der Arbeitskosten in diesem Zeitraum bei 1,7 %. Die höchsten Wachstumsraten innerhalb der EU wiesen Rumänien (+ 10,4 %), Bulgarien (+ 7,7 %) und Estland (+ 6,9 %) auf. In Italien (– 1,5 %) und Zypern (– 0,3 %) waren die Arbeitskosten rückläufig. In Frankreich fiel der Anstieg der Arbeitskosten mit + 2,1 % niedriger aus als in Deutschland.

Die Veränderungsraten der Arbeitskosten von Staaten außerhalb des Euro-Währungsgebiets sind in der jeweiligen Landeswährung gemessen und daher nicht währungsbereinigt. 

Methodische Hinweise
Den Veränderungsraten der Arbeitskosten liegen die Ergebnisse des Arbeitskostenindex zugrunde. Dieser misst die Veränderung der Arbeitskosten und unterteilt sie zusätzlich in die beiden Bestandteile Bruttoverdienste und Lohnnebenkosten. Bei allen drei Indizes werden den Kosten des Arbeitgebers die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenübergestellt. 

Revisionen in den Datenquellen, die für die Berechnung des Arbeitskostenindex genutzt werden, führten zu Anpassungen der Wachstumsraten des Arbeitskostenindex für alle Quartale in den Berichtsjahren 2012 bis 2015 und für das erste Quartal 2016. So hat sich die kalenderbereinigte Wachstumsrate des Arbeitskostenindex für das erste Quartal 2016 im Vergleich zum Vorjahresquartal von + 3,1 % auf + 2,8 % verringert.

Arbeitskostenindizes
für das Produzierende Gewerbe und den Dienstleistungsbereich
in Deutschland 
Jahr, QuartalIndex der
Arbeitskosten
insgesamt
Index der
Bruttoverdienste
Index der
Lohnnebenkosten
1 Kalenderbereinigt, Census X-12-ARIMA.
2 Kalender- und saisonbereinigt, Census X-12-ARIMA.
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % 1
2007  0,7 1,8 – 2,9
2008  2,6 3,1 0,8
2009  2,7 2,5 3,5
2010  1,3 0,7 3,3
2011  2,8 2,8 2,6
2012  3,0 3,3 2,0
2013  1,6 1,6 1,8
2014  2,0 1,9 2,2
2015 2,8 2,8 2,7
Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal in % 1
2014 1. Quartal 0,9 1,6 – 1,5
2. Quartal 1,8 1,5 3,1
3. Quartal 2,7 2,3 3,9
4. Quartal 2,4 2,2 3,2
2015 1. Quartal 2,8 2,7 3,3
2. Quartal 2,9 3,3 1,3
3. Quartal 2,5 2,7 2,1
4. Quartal 2,9 2,5 4,0
2016 1. Quartal 2,8 2,7 2,8
2. Quartal 1,8 1,1 4,4
Veränderung gegenüber dem Vorquartal in % 2
2014 1. Quartal 0,3 0,3 0,6
2. Quartal 0,8 0,5 2,0
3. Quartal 0,7 0,7 0,5
4. Quartal 0,5 0,7 0,0
2015 1. Quartal 0,7 0,7 1,0
2. Quartal 0,9 1,2 – 0,1
3. Quartal 0,3 0,1 1,3
4. Quartal 0,8 0,6 1,6
2016 1. Quartal 0,6 0,8 0,1
2. Quartal 0,2 – 0,2 1,3

 

EU-Vergleich der Arbeitskosten
Veränderung im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich
Rechenstand: 1. Quartal 2016 
Mitgliedstaaten
der Europäischen Union
Index der
Arbeitskosten
insgesamt
Index der
Bruttoverdienste
Index der
Lohnnebenkosten
Veränderung 1. Quartal 2016 gegenüber 1. Quartal 20151
in %

1 Kalenderbereinigt nach den jeweiligen nationalen Verfahren.
2 Angaben für Griechenland und Kroartien lagen nicht vor.

Quelle: Eurostat Online-Datenbank vom 1. September 2016 und Berechnungen von Destatis auf Basis der Eurostat Online-Datenbank.

Europäische Union 2 1,7 1,7 1,6
Euro-Währungsgebiet 2 1,7 1,8 1,5
Belgien 0,2 0,2 0,2
Bulgarien 7,7 7,6 7,8
Dänemark 1,9 1,7 2,7
Deutschland 2,8 2,7 2,8
Estland 6,9 6,9 8,2
Finnland 1,8 1,4 3,2
Frankreich 2,1 1,6 3,1
Irland 0,8 1,1 – 0,1
Italien – 1,5 – 0,5 – 3,9
Lettland 4,7 5,0 3,1
Litauen 6,1 6,4 5,3
Luxemburg 0,4 0,7 – 0,5
Malta 3,1 3,1 3,0
Niederlande 2,1 2,2 1,9
Österreich 1,0 0,8 1,7
Polen 3,3 3,3 3,3
Portugal 0,5 0,6 0,3
Rumänien 10,4 10,4 10,3
Schweden 3,2 2,4 5,1
Slowakei 4,0 4,0 4,1
Slowenien 0,7 0,4 3,0
Spanien 0,5 0,7 – 0,3
Tschechische Republik 1,6 1,0 1,3
Ungarn 4,1 4,6 2,4
Vereinigtes Königreich 0,1 0,2 – 0,3
Zypern – 0,3 – 0,3 – 0,4

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