LandesPressePortal - Aktuelle Politik Nachrichten

DRK erwartet deutlich mehr Flüchtlinge im Irak und weitet Hilfen aus

Das Deutsche Rote Kreuz erwartet für die kommenden Wochen und Monate eine deutliche Zunahme der Flüchtlingsströme im Irak infolge einer Verschärfung der Kampfhandlungen und weitet daher seine Hilfen aus. Bereits jetzt sind im Irak mehr als 3,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor bewaffneten Kämpfen. „Es wird erwartet, dass im September die Militäroffensive zur Vertreibung des sogenannten Islamischen Staates aus Mosul gestartet wird. „Wir rechnen damit, dass in den darauffolgenden Wochen weitere 230.000 Menschen aus Städten und Dörfern in Anbar und bis zu 660.000 Menschen aus der Gegend in und um Mosul fliehen werden. Sobald die Militäroperationen Mosul selbst erreichen, wird mit bis zu 1.5 Millionen Geflüchteten gerechnet“, sagt Christof Johnen, Leiter der Internationalen Zusammenarbeit beim DRK.

Die humanitäre Lage im Irak ist schon jetzt sehr angespannt: Zu den aktuell 3,3 Millionen intern Vertriebenen kommen rund eine Viertelmillion Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien hinzu, welche teils seit mehreren Jahren in Camps und provisorischen Unterkünften im Irak verweilen und ihre Ressourcen restlos aufgebraucht haben. Infolge der  Militäroffensive auf Mosul wird eine humanitäre Katastrophe befürchtet. „Es droht eine Unterversorgung der Geflüchteten mit überlebensnotwendigen Gütern. Die humanitäre Gemeinschaft sowie irakische Behörden befinden sich aktuell in einer intensiven Vorbereitungsphase auf diese Ereignisse. Das DRK stellt aus Spenden und finanziellen Mitteln des Auswärtigen Amtes eine umfassende Planung der Nothilfe für Mosul auf“, sagt Johnen.
 
Im Rahmen der Ausarbeitung der Notfallpläne wurden Szenarien entwickelt und Fluchtrouten analysiert, mögliche Standorte für Camps bestimmt und erste Vorhersagen über die Anzahl der zu erwartenden Vertriebenen getroffen. Demnach unterstützt das DRK gemeinsam mit dem Irakischen Roten Halbmond die Versorgung von Geflüchteten direkt nach der Vertreibung in ersten Anlaufstellen. Hier wird die Ausgabe von Trinkwasser und  Hygiene-Artikeln an bis zu 54.000 Familien geplant. Zugleich hilft das DRK bei der Versorgung in Camps und Unterkünften, in denen die Menschen nach ihrer Flucht unterkommen können. Dafür werden mehr als 35.000 Decken, sowie Küchensets, Öfen mit Kerosin und Wasserkanister bereitgestellt.

Redaktion

Das LandesPressePortal (LPP) ist ein unabhängiges Presseportal für Parteien, Fraktionen und Ministerien in der Bundesrepublik Deutschland.

Um Presse-Meldungen auf dem LandesPressePortal zu veröffentlichen, senden Sie diese per Email (ggf. als Word-Dokument -Bitte kein PDF- und eventuell einem Bild im JPEG-Format mit mind. 1000 x 600 Pixel) an redaktion@landespresseportal.de. Grundsätzlich ist die Veröffentlichung von Presse-Meldungen auf dem LPP kostenlos. Die Redaktion bzw. der Seiteninhaber distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen veröffentlichten Video- & Presse-Meldungen und den Ton-, Bild- & Logo-Rechten. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion bzw. der Seitenbetreiber.

 

 

Weitere Videos der Redaktion

Ähnliche Artikel

  • DRK verteilt Medikamente im kolumbianischen Erdrutschgebiet
    Das Deutsche Rote Kreuz hat Medikamente in die von einer riesigen Schlammlawine überrollte Stadt Mocoa geschickt. „Wir konnten Vorräte aus dem DRK-Lager in Bogota kurzfristig nutzen, um den Menschen zu helfen. Die Lage ist weiterhin katastrophal. Es ist zu befürchten, dass die Zahl von mehr als 200 Toten weiter steigen…
  • DRK will neues Konzept für den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz
    Die Neuordnung der Notfallversorgung erörtern Experten auf dem 3.  Berliner Symposium am 21. und 22. November 2016. „Wirksamer Bevölkerungsschutz im Krisenfall erfordert ein gut funktionierendes Netzwerk von Staat, Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft“, sagte DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters im Vorfeld der Tagung.„Das DRK arbeitet an einer neuen Strategie für den gesundheitlichen…
  • DRK fordert besseren Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften
    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) appelliert an die Bundesregierung, eine bundeseinheitliche Regelung zum besseren Schutz in Flüchtlingsunterkünften vor Gewalt und sexuellen Übergriffen einzuführen.  „Die Berichte über Vorfälle sexualisierter Gewalt in Flüchtlingsunterkünften sind leider keine Einzelfälle. Nur durch eine bundesgesetzliche Regelung kann besser als bisher und zwar für alle Unterkünfte gewährleistet…
  • Ein Jahr nach den Beben: DRK-Hilfe in Nepal
    Nepal musste im Jahr 2015 gleich mehrere schwere Erdbeben verkraften – mit verheerenden Folgen für die Menschen. Mehr als 8.000 verloren ihr Leben, über 14.000 wurden verletzt. Über 600.000 Häuser wurden zerstört, weitere 300.000 schwer beschädigt. Insgesamt sind mehr als 5,6 Millionen Menschen – jeder Fünfte im Land – von…
  • DRK fordert Geberstaaten zu verlässlicher Hilfe für Syrien auf
    Syrien-KonfliktDRK fordert Geberstaaten zuverlässlicher Hilfe für Syrien auf Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, hat die jüngste Ankündigung der syrischen Regierung, Hilfslieferungen in belagerte Städte zuzulassen, als Schritt in die richtige Richtung gewürdigt. Zugleich forderte Seiters die übrigen Konfliktparteien auf, ebenfalls Hilfe in belagerte Gebiete zuzulassen. „Alle Menschen,…
  • DRK fordert sofortigen, ungehinderten Zugang in belagerte Gebiete
    Syrien-KonfliktDRK fordert sofortigen, ungehinderten Zugang inbelagerte GebieteDas Deutsche Rote Kreuz (DRK) fordert einen sofortigen, ungehinderten humanitären Zugang für Hilfslieferungen in die belagerten Gebiete in Syrien, wie die Stadt Madaya. „Wir sind in höchstem Maße besorgt über die Berichte und Bilder, die uns aus Madaya erreichen“, sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters.…
  • DRK-Präsident fordert Gleichstellung von Helfern
    Internationaler Tag der FreiwilligenDRK-Präsident fordert Gleichstellung von HelfernAnlässlich des Internationalen Tages der Freiwilligen am morgigen Samstag hat der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters, die Gleichstellung der Ehrenamtlichen im DRK mit denen der Freiwilligen Feuerwehren und des THW gefordert. Demnach sollen auch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des…
  • Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung
    DRK zum Internationalen Tag für die Beseitigung der ArmutAlleinerziehende brauchen mehr UnterstützungRund 75 Prozent der Alleinerziehenden in Deutschland bekommen keinen oder unvollständig Unterhalt. Bis das Kind 12 Jahre alt ist, hilft das Jugendamt mit einem Unterhaltszuschuss - allerdings maximal für sechs Jahre. „Aber gerade danach steigen die Ausgaben rasant an.…
  • Liberia für frei von Ebola erklärt – DRK bleibt trotzdem weiter vor Ort
    Liberia für frei von Ebola erklärt – DRK bleibt trotzdem weiter vor OrtDer Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Dr. Rudolf Seiters, zeigt sich erfreut und hoffnungsvoll über die Nachricht, dass Liberia seit heute offiziell als frei von Ebola gilt. „Ein Jahr nachdem die verheerende Ebola-Epidemie in Westafrika tobte, kann sich…

Copyright © Landespresseportal.de. Alle Rechte vorbehalten.

Top Desktop version