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Rund 5 Millionen staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren im Jahr 2015

Im Jahr 2015 erledigten die Staatsanwaltschaften in Deutschland insge­samt rund 5,0 Millionen Ermittlungsverfahren. Das waren 6,2 % mehr als im Jahr 2014 (rund 4,7 Millionen Verfahren). Dieser Zuwachs an Erledigungen entspricht in etwa dem Zuwachs der Neu­zugänge an Ermittlungsverfahren (+ 6,5 %). 

Als Strafverfolgungsbehörde liegt es in der Zuständigkeit der Staatsanwaltschaften in Deutschland, Straftaten zu verfolgen und die entsprechenden Ermittlungen zu leiten. Wenn die Ermittlungen zu hinreichendem Tatverdacht führen, erheben Staatsanwalt­schaften Anklage beim zuständigen Gericht und vertreten im Fall einer gerichtlichen Hauptverhandlung die Anklage. 

Über Anfall und Erledigung von Ermittlungsverfahren in Deutschland informiert jährlich die Justizgeschäftsstatistik der Staats- und Amtsanwaltschaften. Danach war im Jahr 2015 über alle Einzelfallentscheidungen hinweg betrachtet die statistisch häufigste Erledigungsart nicht die Anklage, sondern die Verfahrenseinstellung. Einstellungen mit Auflage (3,5 %), Einstellungen ohne Auflage (28,5 %) und Einstellungen mangels Tatverdacht (26,9 %) oder Schuldunfähigkeit (0,2 %) machten 2015 zusammen 59,1 % aller staatsanwaltschaftlichen Erledigungen aus.

Hinsichtlich der Art der verfolgten Straftat hatten im Jahr 2015 ähnlich wie im Vorjahr rund ein Drittel (35,0 %) aller Verfahren Eigentums- und Vermögensdelikte zum Gegenstand, gefolgt von Straßenverkehrsdelikten mit 16,6 % sowie Straftaten gegen das Leben und die körperliche Unversehrtheit mit 8,7 %. 

Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegene Zahl staatsanwaltschaftlicher Ermittlungsverfahren (+ 293 000) geht im Wesentlichen auf Eigentums- und Vermögensdelikte (+ 81 000) sowie auf aufenthaltsbezogene Delikte (+ 201 000) zurück. Polizei und Staatsanwaltschaften sind gesetzlich verpflichtet, in Verdachtsfällen auf fehlende oder ungültige Aufenthaltstitel zu ermitteln. Aufenthaltsbezogene Delikte wie die Einschleusung von Ausländern und Straftaten nach dem Aufenthalts-, dem Asylverfahrensgesetz sowie dem Freizügigkeitsgesetz/EU waren im Jahr 2015 in 7,5 % aller Verfahren Gegenstand der Ermittlung, während der Anteil im Vorjahr 3,7 % betragen hatte. In absoluten Zahlen gab es 2015 rund 375 000 Verfahren, was einem Anstieg von 115,4 % entsprach. Damit hat sich die Anzahl der Verfahren zu aufenthaltsbezogenen Delikten mehr als verdoppelt, was sich auf die Gesamtzahl aller Verfahren auswirkte.

Staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren nach Art der Strafsache
Art der Strafsache20142015

Veränderung

zum Vorjahr

AnzahlAnteil in %AnzahlAnteil in %Absolut%
1Ermittlungsverfahren in Strafsachen (JS-Register).
Erledigte Verfahren insgesamt 1 4 696 112 100,0 4 989 559 100,0 293 447 6,2
Staatsschutzsachen 25 789 0,5 29 346 0,6 3 557 13,8
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 53 272 1,1 53 140 1,1 – 132 – 0,2
Straftaten gegen das Leben und die körperliche Unversehrtheit 434 341 9,2 432 680 8,7 – 1 661 – 0,4
Eigentums- und Vermögensdelikte 1 664 607 35,4 1 745 573 35,0 80 966 4,9
Straftaten im Straßenverkehr 821 395 17,5 827 000 16,6 5 605 0,7
Wirtschafts- und Steuerstrafsachen, Geldwäschedelikte 126 773 2,7 133 199 2,7 6 426 5,1
Straftaten gegen die Umwelt 16 596 0,4 17 349 0,3 753 4,5
Korruptionsdelikte und Straftaten von Amtsträgern 36 178 0,8 36 418 0,7 240 0,7
Einschleusung von Ausländern und Straftaten nach dem Aufenthalts-,dem Asylverfahrensgesetz sowie dem Freizügigkeitsgesetz/EU 173 864 3,7 374 553 7,5 200 689 115,4
Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz 316 966 6,7 328 457 6,6 11 491 3,6
Sonstige Straftaten 1 026 331 21,9 1 011 844 20,3 – 14 487 – 1,4

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