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BAföG-Zahlen: Karliczek darf Talfahrt nicht tatenlos zusehen

Zu den heutigen BAföG-Zahlen erklärt Kai Gehring, Sprecher für Forschung, Wissenschaft und Hochschule:
 
Dass wieder einmal zehntausende junge Menschen aus der BAföG-Förderung fallen, ist ein Trauerspiel für Chancengerechtigkeit und ein Menetekel für Studierende. Mit ihrer Tatenlosigkeit nimmt die Koalition den erneuten dramatischen Rückgang beim BAföG billigend in Kauf. Die Bundesregierung darf das BAföG nicht weiter herunterwirtschaften, sondern muss es schleunigst wieder zum Bildungsgerechtigkeitsgesetz Nummer eins entwickeln.
 
Bundesbildungsministerin Karliczek darf der Talfahrt des BAföGs nicht weiter tatenlos zusehen, sondern muss für Bildungsgerechtigkeit handeln statt hadern und klotzen statt kleckern. Dass sich die Ministerin einer schnellen Erhöhung des BAföG verschließt, ist gegenüber Studierenden und ihren Eltern unverantwortlich und ungerecht. Jedoch lässt sich der dramatische Rückgang der letzten Jahre selbst bei einer sofortigen Reform mit der im Koalitionsvertrag verankerten Summe nicht kompensieren.
 
Das BAföG braucht dringend eine radikale Trendwende, um endlich wieder mehr als 18 Prozent aller Studierenden zu erreichen. Daher braucht es unter anderem eine sofortige Erhöhung der Bedarfssätze und Freibeträge um mindestens zehn Prozent, eine deutliche Anhebung der Wohnkosten und künftig eine regelmäßige, automatische Erhöhung der BAföG-Sätze.
 
Die Bundesregierung darf sich nicht länger auf Nebenjobs der Studierenden, die Portemonnaies ihrer Eltern oder auf Verschuldung bauen. Studieren muss man vernünftig und verlässlich finanzieren, damit kein Talent die Chance auf ein Studium verliert. Eine gerechte Studienfinanzierung zahlt sich für den Einzelnen, das Gemeinwesen sowie unsere kreative Wissensökomomie aus.
Redaktion

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