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Gleichstellung und sexuelle und reproduktive Rechte von Frauen stärken

Zur heute in Nairobi beginnenden Weltbevölkerungskonferenz der Vereinten Nationen erklärt Ottmar von Holtz, Obmann im Ausschuss für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit:

Es ist eine gemeinsame Aufgabe der Weltgemeinschaft, für alle Menschen auf diesem Planeten ein gutes Leben zu ermöglichen - und das, ohne die Ressourcen der Erde unwiederbringlich zu zerstören oder unsere Lebensgrundlagen zu vergiften. Ein wichtiger Punkt ist eine nachhaltige globale Bevölkerungsentwicklung. Deutschland sollte dazu einen Beitrag leisten, der an die Wurzel geht: mit einer Entwicklungspolitik, die weltweit Gesundheitsversorgung und Bildungssysteme besonders für Frauen und Mädchen fördert. Zugang zu Verhütungsmitteln für alle ist ebenfalls sehr wichtig, aber damit vor allem Frauen frei entscheiden können, wann, mit wem und wie viele Kinder sie bekommen, reicht es nicht aus, nur Kondome zu verteilen. Beides - Gesundheits- und Bil dungsprogramme - müssen ausreichend, aber vor allem auch langfristig finanziert werden. Wer Perspektiven eröffnen will, darf nicht nur von Haushaltsjahr zu Haushaltsjahr denken.

Wir können aus den Erfahrungen mit der historischen Bevölkerungsentwicklung in Europa lernen: Wenn schwangere Frauen medizinisch gut versorgt sind und die Kindersterblichkeit sinkt, geht auch die Geburtenrate zurück. Zugang zu guter Bildung ermöglicht Mädchen und Frauen darüber hinaus ein selbstbestimmtes Leben, das nicht nur auf ihrer stereotypen Rolle als Mutter beruht. Von Nairobi sollte darum ein starkes Signal für die Gleichstellung der Geschlechter und für die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen ausgehen. Diese sind weltweit unter Beschuss. Konservative, patriarchale Strömungen versuchen überall, Kontrolle über den Körper von Frauen zu behalten oder zurückzuerlangen. Dagegen gilt es aufzustehen.

Häufig wird im Zusammenhang mit dem Thema Weltbevölkerung eine drohende Überbevölkerung heraufbeschworen. Doch in erster Linie ist die Erde nicht überbevölkert, sondern das Bevölkerungswachstum ist sehr ungleich verteilt. Und natürlich ist es problematisch, wenn im Niger eine Frau im Durchschnitt etwa sechs Kinder bekommt und diese Kinder keine gute Zukunftsperspektive haben. Viele afrikanische Staaten haben das Problem erkannt und handeln darum bereits auf politischer Ebene. In Ghana gibt es etwa ein Nationales Bevölkerungsinstitut beim Büro des Präsidenten, das eine klare Botschaft sendet: Es ist nicht im Interesse Afrikas, wenn das Durchschnittsalter unter 20 liegt. Für die betroffenen Staaten ist das nicht nur ein Sicherheitspro blem, sondern auch volkswirtschaftlich schädlich. Hier sollten wir mit nachhaltiger Hilfe ansetzen.

Redaktion

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