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Internationale Zusammenarbeit bei der Eindämmung von HIV stärken

Zum internationalen Welt-AIDS-Tag erklären Ottmar von Holtz, Sprecher für Zivile Krisenprävention, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik und für Altenpolitik:

HIV und AIDS sind weiterhin eine große Bedrohung für viele Menschen auf der Welt. Im vergangenen Jahr wurden weltweit 1,7 Millionen HIV-Neuinfektionen erfasst. 690.000 Menschen sind an AIDS gestorben. Zwar hat es in den zurückliegenden Jahrzehnten beträchtliche Fortschritte in der Behandlung und Forschung gegeben, aber die nun grassierende Corona-Pandemie wirft die Bemühungen zurück. Der gleichzeitige Kampf gegen Covid-19 und HIV überfordert besonders Gesundheitssysteme in den Ländern des Globalen Südens. Die Abgabe von Medikamenten und Verhütungsmitteln wurde ausgesetzt, medizinische Sprechstunden und Testlabore sind überlastet. Hinzu kommt, dass es während der Lockdowns weltweit mehr Vergewaltigungen geben wird. Das UN-AIDS-Programm warnt au s diesem Grund davor, dass die Zahl der HIV-Infektionen drastisch ansteigen könnte.

In vielen Ländern hat die Covid-19-Pandemie tief verwurzelte soziale Ungleichheiten offenbart. Auch diese Krise trifft die Ärmsten und Schwächsten am härtesten. Es zeigt sich wieder einmal, wie stark Gesundheit mit sozialen Aspekten verbunden ist: Armut macht krank und senkt die Lebenserwartung. Diese strukturellen Ungleichheiten müssen wir abbauen. Damit das Recht auf Gesundheit für alle Menschen gilt, brauchen wir weltweit starke Gesundheitssysteme, die auch in Zeiten der Krise zuverlässig die Versorgung der Bevölkerung garantieren - und zwar im Kampf an beiden Fronten: gegen die akute Corona-Pandemie und gegen bekannte Krankheiten wie HIV/AIDS.

Als Lehre aus dem Umgang mit der aktuellen Pandemie müssen wir dabei mitnehmen, dass durch international koordiniertes Vorgehen und Bündelung von Ressourcen sehr schnell Forschungsergebnisse und Fortschritte bei Impfungen und medikamentöser Behandlung erzielt werden konnten. Diese Potenziale der internationalen Gemeinschaft müssen wir unter Federführung der WHO auch für eine gemeinsame Bekämpfung anderer Infektionskrankheiten einsetzen. Wenn uns das gelingt, werden das HI-Virus und AIDS schon bald Geschichte sein. Bis es soweit ist, bleibt auf der Tagesordnung, dass wir uns gegen die Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-positiven Menschen hier und weltweit einsetzen.

Deutschland steht laut aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts bei der Bekämpfung von HIV und AIDS immer noch recht gut da, obwohl die Zahl der Neuinfektionen sich auf 2600 wieder leicht erhöht hat. Der Anteil der Menschen, die mit HIV leben und eine Therapie erhalten, ist aber mit inzwischen 96 Prozent hierzulande sehr hoch. Lebensqualität und Lebenserwartung nehmen weiter zu. Kritisch zu beobachten bleibt die Lage in Zentralasien und Osteuropa, wo die Zahl der Neuinfektionen drastisch steigt.

 

Redaktion

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