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Christoffers: Finanzierung der Energiewende transparent gestalten / Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers auf Energietour in Schwedt

(LPP) Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers hat im Rahmen seiner „Energietour“ wesentliche Eckpunkte eines Gesamtfinanzierungssystems für die Energiewende benannt. Vor mehr als 130 Gästen der Veranstaltung in Schwedt sagte er:

„Wir brauchen ein transparentes Gesamtfinanzierungssystem der Energiewende,  das in die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes eingebunden ist. Neben Maßnahmen zur Stabilisierung des Strompreises müssen auch Überlegungen zur künftigen Gestaltung des Stromerzeugungsmarktes angestellt werden. Dabei darf es nicht dazu kommen, dass Reservekraftwerke über ein zusätzliches Subventionssystem den Energiebereich weiter verteuern. Zu diesen energiepolitischen Themen – auch dazu, wie ein zukunftsfähiges Strommarktdesign gestaltet werden sollte – laufen derzeit intensive, aber zu wenig  abgestimmte  Diskussionen. Nur wenn wir den gesamten  Rechtsrahmen im Energiesektor  auf den Prüfstand stellen und zu grundlegenden Veränderungen bereit sind, kann letztendlich die Energiewende zu bezahlbaren Preisen und ohne De-Industrialisierung gelingen.“

Gleichwohl müssten die  Vergünstigungen  für die Industrie im Rahmen der Verhandlungen über die Finanzierung der Energiewende überprüft werden, betonte Christoffers. „Um eine Kostensenkung zu erreichen, sollten wir für die Betreiber Erneuerbarer-Energien-Anlagen die Direktvermarktung zur Verpflichtung machen. Gleichzeitig könnten Anreize zur Entwicklung von Speichertechnologien und deren Einsatz gegeben werden – auch zur Vermeidung negativer Börsenstrompreise*“, sagte Minister Christoffers. Die Entwicklung von Speichertechnologien im industriellen Maßstab sei ohnehin eine der großen Herausforderungen, die gemeistert werden müssten. „Nur dann können wir den Ausstieg aus der konventionellen Energieversorgung schaffen.“

*Negative Börsenstrompreise:

Niedrige oder sogar negative Marktpreise für Strom entstehen in Zeiten, in denen das Angebot hoch und der Verbrauch niedrig ist, denn die Strompreise entstehen auf der Basis von Angebot und Nachfrage. Wenn in Momenten mit niedrigem Verbrauch ein hohes Angebot von Solarstrom und Wind im System ist, so können sich negative Preise ergeben.  Die Anbieter konventioneller Kraftwerke, z.B. Steinkohle oder Kernenergie, zahlen dann für die Abnahme ihres Stroms.  Denn es kann für sie betriebswirtschaftlich sinnvoller sein, ihre Kraftwerke produzieren zu lassen als sie abzuschalten und dann – wenn der Verbrauch wieder steigt - aufwändig wieder ans Netz zu nehmen.

Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten
des Landes Brandenburg
Pressestelle
0331/866-1505
www.mwe.brandenburg.de

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