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Ernteausfall für Biobauern durch Pestizide vom Nachbarhof

Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat die Landesregierung aufgefordert, gegen die flächendeckende Belastung von brandenburgischen Landwirtschaftsflächen mit über die Luft verbreiteten Pestiziden vorzugehen. Der Vorsitzende und der umweltpolitische Sprecher der Fraktion AXEL VOGEL und BENJAMIN RASCHKE hatten zuvor eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gestellt. Die Problematik ist seit Jahren bekannt, bislang wurden jedoch keine wirksamen Gegenmaßnahme ergriffen.

Es geht um die im Getreidebau häufig gespritzten Pestizide Pendimethalin und Prosulfocarb, die nach dem Ausbringen über große Entfernungen mit der Luft verdriften. Aufgefallen war dies, weil Hersteller von ökologischen Lebensmitteln diese Giftstoffe regelmäßig in den Qualitätskontrollen für ihre Waren nachweisen konnten. Die beiden Pestizide wurden beispielsweise mehrere Jahre hintereinander bei der Beprobung von Körnerfenchel im größten geschlossenen Bioanbaugebiet Deutschlands bei Angermünde (Uckermark) festgestellt. Die nächstgelegenen konventionellen Agrarflächen liegen hiervon mehr als einen Kilometer entfernt. Der Fenchel konnte nicht mehr wie geplant vermarktet werden.

Namhafte Hersteller von Bio-Produkten, darunter ein großer Hersteller von Babynahrung, hatten sich an Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt gewandt, um einen wirksamen Schutz gegen die Giftstoffe zu fordern. Dieser hat bisher lediglich ein Monitoring beauftragt und geringfügige Änderungen bei der Ausbringung der Stoffe beauflagt. Die Brandenburger Landesregierung hat bisher lediglich in landwirtschaftlichen Informationsblättern auf das Problem hingewiesen, ohne selbst weiter zu handeln.

BENJAMIN RASCHKE: ,,Die neuen Auflagen zur Ausbringung der Pestizide gehen an dem eigentlichen Problem, der leichten Verflüchtigung nach der Ausbringung, vorbei. Nur langsamer zu fahren, bei weniger Wind zu spritzen, mehr Wasser beizumischen und andere Düsen einzusetzen, vermindert zwar die Abdrift, am durch die hohe Flüchtigkeit der Wirkstoffe bedingten Ferntransport ändert das aber nichts. Wie die Auflagen kontrolliert werden sollen, ist zudem unklar."

AXEL VOGEL sagte: ,,Stoffe die derart flüchtig sind und nachgewiesenermaßen überall im Umfeld der Felder landen können, dürfen so nicht weiter eingesetzt werden. Die bislang auf EU-Ebene erfolgte Anpassung des Grenzwertes allein nützt Mensch und Umwelt nichts."

Redaktion

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