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Vorgehen gegen Rechtsextreme im Stadion

155 Personen aus dem Umfeld der Fanszene des Cottbuser Fußballvereins Energie Cottbus gelten nach Angaben des brandenburgischen Innenministeriums als „gewaltbereit“; 60 Personen als „gewaltsuchend“. Gegen 47 Personen aus der Cottbuser „Fanszene“ sind vonseiten des Vereins Stadionverbote verhängt worden. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hervor.
 
Die bündnisgrüne Landtagsfraktion hatte die Anfrage gestellt, nach dem Medien über Gruppierungen wie `Inferno Cottbus ´ und `Unbequeme Jugend Cottbus´ im Umfeld der Fanszene berichtet hatten, die ein `Klima der Angst´ bei friedlichen Fans verbreitet haben sollen und mit rechtsextremen Netzwerken in der Lausitz verquickt sind.
 
„Der vergangene Woche veröffentlichte Verfassungsschutzbericht hat das Problem noch einmal beim Namen genannt“, sagte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN URSULA NONNEMACHER. Dort werde vor einer hochgradig gewaltorientierten rechtsextremistischen Szene im Raum Cottbus gewarnt. Diese bündele Neonazis, Rocker, Angehörige des Bewachungsgewerbes, Kampfsportler, Hass-Musiker und eben auch Hooligans.
 
„Das ist eine ganz unheilvolle und gefährliche Szene, die auch Fußballspiele für ihre Zwecke missbraucht. Gegen sie vorzugehen ist zunächst einmal Aufgabe der Sicherheitsbehörden. Zugleich muss aber sichergestellt werden, dass die Fußballvereine Rechtsextremen die Stadien nicht als Bühne überlassen. Auf beiden Feldern - innenpolitisch wie sportpolitisch – liegt noch viel Arbeit vor uns “, sagte URSULA NONNEMACHER. Sie unterstrich, wie wichtig die Arbeit langfristig angelegter Fanprojekte sei. „Echte Fußballfans müssen gestärkt werden. Jugendsozialarbeit kann zudem erreichen, das gefährdete Jugendliche nicht in die rechtsextreme Szene abrutschen.“
 
URSULA NONNEMACHER hat sich Anfang der Woche zu einem Gespräch mit Vertretern von Energie Cottbus getroffen. „Mein Eindruck ist, dass inzwischen Problembewusstsein bei dem Verein eingekehrt ist und der Wille besteht, Verantwortung zu übernehmen.“ So soll dort bis September ein Maßnahmepaket erarbeitet werden, um krimineller `Fans´ Herr zu werden. „Beachtlich ist auch die Zivilcourage echter Energie-Fans, die bei einem Spiel in Bautzen Rechtsextreme in ihren Reihen ausgebuht haben“, sagte sie.
 
„Grundsätzlich stellt sich aber die Frage, ob die Fußballvereine hinreichend von ihrem Hausrecht Gebrauch machen, indem sie gewalttätige Personen mit Stadionverboten belegen und dies auch mit aller Konsequenz durchsetzen. Wer rassistisch und antisemitisch hetzt oder gewalttätig wird, dem muss man auch im Stadion die rote Karte zeigen“, sagte URSULA NONNEMACHER. Diffizil sei das auch bei Auswärtsspielen, wo es dem Gastgeber obliegt zu entscheiden, ob er gewaltsuchenden Personen den Zutritt in den Gästeblock versagt.
 
Redaktion

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