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Immer mehr Bahnbrücken im Land Bremen sanierungsbedürftig

Fast ein Viertel der 155 Bahnbrücken in Bremen und Bremerhaven weist erhebliche Schäden auf. Vier Brücken sind bereits so marode, dass nur noch ein Neubau infrage kommt. Damit hat sich der Zustand Bahnbrücken im Land Bremen gegenüber der letzten Erhebung vor drei Jahren weiter verschlechtert, wie aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervorgeht (Auswertung: siehe weiter unten). Waren 2014 noch 21,7 Prozent der hiesigen Eisenbahnbrücken in den beiden schlechtesten Zustandskategorien erfasst, sind es nun 23,2 Prozent. 

Damit den vielen PendlerInnen und Logistik-Unternehmen nicht Streckensperrungen, Umleitungen und Zugausfälle drohen, fordert die Bürgerschaftsfraktion der Grünen mehr Bundesmittel für die Brücken-Sanierungen. Dazu erklärt der verkehrspolitische Sprecher Ralph Saxe: „Die Brücken sind die Achillesferse im Schienennetz. Die Bundesregierung tut zu wenig, um den Verfall der Bahnbrücken zu stoppen. Die Mittel müssen deutlich aufgestockt werden, um den Sanierungsstau rasch zu beseitigen. Sonst sind in Bremen bald noch viel mehr Brücken in einem schlechten Zustand. Denn fast die Hälfte der Bahnbrücken ist heute schon älter als 80 Jahre. Für Bremen mit einer hohen Pendlerzahl und für die Hafenwirtschaft in Bremerhaven ist der reibungslose Bahnverkehr eine entscheidende Standortfrage. Die Weichen müssen jetzt für mehr Investitionen in den Erhalt und den Ausbau des Schienennetzes gestellt werden, damit der Personenverkehr stabil läuft und mehr Güterverkehr von der Straße auf die umweltfreundliche Bahn verlagert wird.“

Die Kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion zeigt, wie der Verfall der Bahninfrastruktur aufgrund zu geringer Mittel voranschreitet. Allein in Bremen weisen 63,2 Prozent aller Bahnbrücken deutliche Schäden auf. Insgesamt wird der Zustand der Eisenbahnbrücken von der DB in vier Kategorien unterteilt:

• Kategorie 1: nur punktuelle Schäden 
• Kategorie 2: größere Schäden ohne Beeinflussung der Sicherheit
• Kategorie 3: Umfangreiche Schäden, Instandsetzung möglich
• Kategorie 4: Gravierende Schäden, wirtschaftliche Instandsetzung nicht mehr möglich

Laut Bundesregierung lassen sich von den insgesamt 155 Bahnbrücken im Land Bremen 32 in die dritte (20,7 Prozent) und 4 in die vierte Kategorie (2,5 Prozent) zuordnen. In der Kategorie 2 befinden sich derzeit 62 Brücken (40 Prozent) – hier ist es eine Frage der Zeit, wann sich ihr Zustand weiter verschlechtert. Gerade mal 57 Brücken (36,8 Prozent) weisen nur punktuelle Schäden auf.

Die vier marodesten Eisenbahnbrücken, die nur noch durch einen Neubau ersetzt werden können, sind in Bremen die Brücke über die B6 in Höhe Parallelweg zwischen Findorff und Walle und die Brücke über den Mählandsweg am Rangierbahnhof sowie in Bremerhaven die Brücke über die Bismarckstraße nahe dem Bahnhof und die Brücke über die Geeste in Höhe der Straße ‚Zur Hexenbrücke‘.

Eine notwendige Konsequenz aus dem Sanierungsstau und dem weiter fortschreitendem Verschleiß der Bahninfrastruktur muss nach Ansicht der Grünen-Fraktion sein, deutlich mehr Geld für die Instandhaltung und insbesondere auch für mehr Personal für eine zügigere Planung in die Hand zu nehmen. Die ‚Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung 2015-2019‘ (LuFV) zwischen Bund und Bahn sieht für Ersatzinvestitionen 28 Milliarden Euro vor. Demnach sollen deutschlandweit 875 Bahnbrücken voll- oder teilerneuert werden. Das bedeutet im Schnitt die Sanierung von 175 Brücken pro Jahr. Über die restlichen rund 25.000 deutschen Bahnbrücken wurde keine Vereinbarung getroffen. Für den dauerhaften Substanzerhalt müssten bundesweit bis zu 400 Brücken jährlich erneuert werden, wie der Bundesrechnungshof bei einer Anhörung zur LuFV vorgerechnet hat. 

Redaktion

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