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Arauco-Brand: Hamburg entging knapp einer Katastrophe

Der Senat ist der Ansicht, der Brand auf der CCNI Arauco im Hamburger Hafen sei „professionell, zielgerichtet und sicher bewältigt“ worden, größere Probleme erkennt er nicht. Dies erklärt er in seiner Antwort auf eine Anfrage der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft (Drs. 21/5818). „Der Senat antwortet unzureichend, das sind wir leider gewohnt. Aber bei einem solchen Bedrohungsszenario, wie Hamburg es am 1. September erlebt hat, ist das noch weniger akzeptabel“, erklärt dazu Norbert Hackbusch, hafenpolitischer Sprecher der Fraktion. „Es ist einfach nicht nachvollziehbar, warum der Grund der Schweißarbeiten, die den Brand auslösten, noch immer nicht bekannt sein soll. Ein Skandal ist, dass die Ausnahmezulassung einer der dafür eingesetzten Firmen abgelaufen war.“

Auch der vom Senat geschilderte Ablauf der Löscharbeiten wirft weitere Fragen auf. So begannen die Arbeiten am 1. September um 14.00 Uhr mit der Flutung des Laderaums mit CO2  – erfolglos. Danach wurden über mehrere Stunden fünf Millionen Liter Wasser in das Schiff gepumpt – ebenfalls erfolglos. „Erst nach vollen 28 Stunden wurden die Werkfeuerwehren von Airbus und Holborn angefragt. Diese lieferten dann ausreichenden Schaum, um das Feuer zu ersticken. Da hätte aber auch früher gefragt werden können“, kritisiert Hackbusch. Seine Einschätzung deckt sich mit der der  Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung, wonach es „über einen Zeitraum von Stunden keine wirksamen Abwehrmaßnahmen im betroffenen Deck gab. Das Feuer konnte sich somit ungehindert ausbreiten.“

„Geradezu skandalös ist die Ansicht, dass die Wirkung der vorhandenen  Feuerlöschboote angemessen war. Sie sollten laut Senat ja nicht den Brand löschen, sondern nur ,erste Kühlungsmaßnahmen an der Bordwand‘ vornehmen“, so Hackbusch. „In Hamburg kann nämlich kein Boot Brände auf solchen Schiffe löschen – wirklich dämlich für einen Welthafen.“ Bereits in der ersten Phase der Brandbekämpfung mussten daher Schlepper und auswärtige Wasserfahrzeuge angefordert werden, da der Brand mit dem Hamburger Equipment nicht zu bekämpfen war. „Und leider belegt unsere Anfrage auch, dass dieser Mangel in Hamburg noch zwei Jahre andauern wird“, erklärt der Hafenexperte. Er verweist auf die Einschätzung des Feuerwehrverbandes, wonach der Hamburger Hafen ganz knapp um eine Katastrophe herumgekommen ist, und kündigt an: „Wir werden da mit weiteren Anfragen nachhaken.“

Redaktion

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