LandesPressePortal - Aktuelle Politik Nachrichten

Umstrittene Mathe-Vorklausuren: Schulsenator verweigert Debatte im Fachausschuss

In der Diskussion um die verunglückten Probeklausuren im Fach Mathematik hat Rot-Grün am vergangenen Freitag eine Debatte im Schulausschuss abgelehnt. Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, kritisiert diese Entscheidung scharf: “Es ist peinlich und ein verheerendes Signal an die Betroffenen, dass SPD und Grüne eine Diskussion im Schulausschuss verweigern. Sowohl Lehrer_innen als auch Schüler_innen haben ein Anrecht auf eine tragfähige Lösung für die derzeitige Misere. Wo wenn nicht im zuständigen Fachausschuss sollten wir über pragmatische Konzepte beraten?“

Das Angebot des Senators an die betroffenen Schüler_innen, nun in den Ferien nachzusitzen, kritisiert Boeddinghaus ebenfalls: “Dieses Angebot ist unmoralisch. Sollen die Schüler_innen nach all der Aufregung jetzt auch noch auf wichtige Ruhe- und Entspannungszeiten verzichten? Das führt nur zu weiterem Stress und noch mehr Überforderung.”
DIE LINKE schlägt vielmehr vor, die umstrittenen Klausuren als Klausuren zur Probe zu deklarieren und somit gar nicht zu bewerten. “Das böte den Vorteil, dass die Vorabiturklausur in Mathematik einen echten Neustart erführe, wahlweise auch in Form einer Klausurersatzleistung”, meint Boeddinghaus. “Die betroffenen Schüler_innen haben ein Anrecht auf Planungssicherheit, klare Ansagen und leistbare Prüfungsaufgaben. Wir wissen alle, wie angstbehaftet gerade das Fach Mathematik für viele junge Menschen leider immer noch ist.”

In diesem Zusammenhang erinnert Boeddinghaus daran, dass es in Hamburg vor allem an  den Stadtteilschulen nicht selbstverständlich ist, dass der Mathematikunterricht auch wirklich von Mathelehrer_innen unterrichtet wird. “Dass Mathe von echten Fachlehrkräften unterrichtet wird, muss wieder die Regel werden! Um das zu erreichen, muss die Schulbehörde allerdings den Mut aufbringen, steuernd einzugreifen, damit das Fachpersonal auch in den Stadtteilschulen ankommt. Leider sieht die Realität derzeit oft so aus, dass die Gymnasien bei den Bewerbungen von Mathefachlehrer_innen deutlich höher im Kurs stehen als die Stadtteilschulen - und so die besten Köpfe für sich abschöpfen. Außerdem muss die Behörde Qualifizierungsprogramme durch das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung für innovativen Mathematikunterricht verbindlich machen, denn die Ergebnisse der Mathe-Vorklausuren zeigen dieses Erfordernis auch an den Gymnasien."

Redaktion

Das LandesPressePortal (LPP) ist ein unabhängiges Presseportal für Parteien, Fraktionen und Ministerien in der Bundesrepublik Deutschland.

Um Presse-Meldungen auf dem LandesPressePortal zu veröffentlichen, senden Sie diese per Email (ggf. als Word-Dokument -Bitte kein PDF- und eventuell einem Bild im JPEG-Format mit mind. 1000 x 600 Pixel) an redaktion@landespresseportal.de. Grundsätzlich ist die Veröffentlichung von Presse-Meldungen auf dem LPP kostenlos. Die Redaktion bzw. der Seiteninhaber distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen veröffentlichten Video- & Presse-Meldungen und den Ton-, Bild- & Logo-Rechten. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion bzw. der Seitenbetreiber.

 

 

Weitere Videos der Redaktion

Ähnliche Artikel

  • Schulsenator zeigt sich auch weiterhin beratungsresistent
    Der Hamburger Datenschutzbeauftrage habe dem rot-grünen Senat bereits im Mai eine Beratung angeboten, um Digitalunterricht als Videostreaming aus den Klassenräumen rechtlich zu ermöglichen. Doch hierfür bestand anscheinend seitens des Schulsenators kein Bedarf. Dazu erklärt Birgit Stöver, schulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion: „Die Aussage der Schulbehörde, es handele sich beim Digitalunterricht mit Videostreaming…
  • Zu den Äußerungen von Schulsenator Rabe zur aktuellen OECD-Studie
    Zu den Äußerungen von Schulsenator Rabe zur aktuellen OECD-Studie, sagt die bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Anna von Treuenfels-Frowein: „Es ist bizarr, dass Senator Rabe als Mitglied der Kultusministerkonferenz (KMK) gute Deutsch- und Mathematik-Kenntnisse "als unverzichtbare Basiskompetenzen" bezeichnet und als Hamburger Schulsenator gerade da in der Praxis versagt: Wie die aktuellen KERMIT-Ergebnisse…
  • Zentral-Abitur wird zur Prüfung des Schulsenators selbst
      Zu TOP 80 der heutigen Bürgerschaftssitzung und dem  FDP-Antrag „Inhalte und Wissen in Bildungsplänen stärken“, sagt die bildungspolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion, Anna von Treuenfels-Frowein:   „Leere statt Lehre in der Hamburger Schulpolitik: Schon viel zu lange werden die Ansprüche an den Unterricht immer weiter runtergeschraubt. Immer dünner…
  • Schulsenator Rabe geht genau den falschen Weg
    Anna von Treuenfels, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, zum Brandbrief zahlreicher Bildungs-Institutionen und -Verbände gegen die Kürzung von Zeitstunden in der Berufseingangsphase von Lehrern für Erfahrungsaustausch und Coaching:   Schulsenator Rabe geht genau den falschen Weg   „Junge Lehrer brauchen nicht weniger sondern mehr Praxiserfahrung und…
  • SPD-Schulsenator vernachlässigt Flüchtlingsbeschulung
    Anna von Treuenfels, stellvertretende Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, zu den Problemen der Beschulung von Flüchtlingskindern in Hamburg, wie sie sich aus einer vom Senat beantworteten Kleinen Anfrage ergeben:   SPD-Schulsenator vernachlässigt Flüchtlingsbeschulung   „Die Zahl der schulpflichtigen Flüchtlingskinder hat sich in drei Monaten bis…

Copyright © Landespresseportal.de. Alle Rechte vorbehalten.

Top Desktop version