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Die Linke fordert Ende der Schullaufbahnempfehlung

Die Abschaffung der Schullaufbahnempfehlung fordert die Fraktion DIE LINKE in einem Antrag (Drs. 21/7605) zur Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft am kommenden Mittwoch. Damit unternimmt sie einen weiteren Anlauf, um die Stadtteilschulen zu stärken. „Es ist empirisch belegt, dass bei der Empfehlung, auf die Stadtteilschule zu gehen, die soziale Herkunft der Schüler_innen eine entscheidende Rolle spielt“, begründet dies Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion. „Kinder, die zu Hause von ihren Eltern unterstützt werden, bekommen bei gleicher Leistung nachweislich eher die Empfehlung für das Gymnasium. Somit beginnt mit der 5. Klasse die soziale Entmischung der Schüler_innenschaft. Außerdem ist es pädagogisch nicht verantwortbar, im Alter von neun oder zehn Jahren die weitere Schulbiographie sicher zu prognostizieren.“ Dennoch müssen derzeit die Lehrer_innen zum Ende der Grundschulzeit in einem Fragebogen entscheiden, „ob die/der Schüler/in ihren/seinen Bildungsgang nach derzeitigem Stand in der Stadtteilschule bzw. in der Stadtteilschule oder im achtjährigen Gymnasium erfolgreich fortsetzen kann“.

Die Grundlage dieser Auslese, den § 42 Absatz 4 HmbSG, will DIE LINKE mit ihrem Antrag so ändern, wie es auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen praktizieren: „Am Ende des ersten und zweiten Halbjahrs der 4. Klasse sollen verbindlich Lernentwicklungsgespräche zwischen der Klassenlehrkraft und der_dem jeweiligen Schüler_in und ihren_seinen Eltern stattfinden, in dem das Kind mit seinen fachlichen und sozialen Kompetenzen im Mittelpunkt steht und die jeweils nächsten Lernschritte vereinbart werden“, erläutert Boeddinghaus. „Da in Hamburg das freie Elternwahlrecht gilt, entscheiden dann die Sorgeberechtigten nach eingehender fachlich-pädagogischer Beratung durch die_den Klassenlehrer_in, welche Schulform ihr Kind im Anschluss an die Grundschule besuchen soll.“

Wichtig sei zudem, dass die Grundschullehrer_innen in ihrer Beratungstätigkeit bei Bedarf von der zuständigen Behörde beziehungsweise dem Institut für Lehrerbildung und Schulentwicklung beraten und unterstützt werden, gerade auch im Hinblick auf die Profilierung der Stärken der Stadtteilschulen bei der Beschulung von leistungsstarken Schüler_innen. „Damit hätte die Schulform Stadtteilschule eine echte Chance, bei den Eltern wieder an Attraktivität und Akzeptanz zu gewinnen“, so Boeddinghaus. „Sie haben es verdient!

Redaktion

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