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Freier Eintritt in die Hamburger Museen am Tag nach dem G20-Gipfel

Auf Vorschlag der Regierungsfraktionen von SPD und Grünen soll am 9. Juli, einen Tag nach Ende des G20-Gipfels in Hamburg, der Besuch aller städtischen Museen kostenlos sein. Rot-Grün will damit eine sinnstiftende Geste des Dankes in die Stadtgesellschaft senden. In manchen Ausstellungen lassen sich Querverbindungen zu aktuellen Debatten in der Stadt und der Welt finden, was somit auch den Bogen zu G20 spannt und die Auseinandersetzung mit Themen unserer Zeit und unserer Stadt in den Fokus rückt. Viele der Hamburger Museen sind außerdem zentrumsnah gelegen – öffnen also da ihre Tore, wo die Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger rund um G20 in den Tagen davor am größten sind. Formell beschlossen werden soll der Vorschlag für den kostenlosen Museumsbesuch am 9. Juli mit einem rot-grünen Antrag nächste Woche in der Bürgerschaft.

Dazu erklären die beiden Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen, Andreas Dressel und Anjes Tjarks: "Wir wissen, dass der G20-Gipfel für nicht wenige Hamburgerinnen und Hamburger gerade im innerstädtischen Bereich einiges an Beeinträchtigungen und Einschränkungen mit sich bringt, auch wenn alle Beteiligten sich anstrengen, diese so gering wie möglich zu halten. Dafür bitten wir ausdrücklich um Verständnis, gerade weil das in Hamburg nicht zum Alltag gehört. Wir finden, dass die Stadt dies anerkennen und sich dafür auch bedanken sollte – und zwar nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten. Nach Gesprächen mit dem Senat werden wir deshalb unseren Fraktionen in der kommenden Woche vorschlagen, dass sich die Stadt mit einer Geste bedanken sollte, die die Auseinandersetzung mit unserer Zeit und unserer Stadt fördert. Wir schlagen vor, dass die – ebenfalls überwiegend zentrumsnah gelegenen – Hamburger Museen am Tag nach dem Gipfel – konkret Sonntag, der 9. Juli – allen Besucherinnen und Besuchern den freien Eintritt ermöglichen. Ein Vorschlag, der auch Diskussionen in der Stadt um eine bessere Zugänglichkeit unserer Museen aufgreift. Dabei geht es um die Hamburger Kunsthalle, das Museum für Kunst und Gewerbe, den Kunstverein und die Deichtorhallen, das Museum für Völkerkunde, die Häuser der Stiftung Historische Museen Hamburg, unter anderem das Museum für Hamburgische Geschichte, das Altonaer Museum und das Museum der Arbeit sowie das Helms-Museum in Harburg. Manche Häuser greifen in ihren Ausstellungen Themen der Zeit auf, die die Gesellschaft aktuell beschäftigen – insofern ist auch ein Bogen zur kontroversen Diskussion in unserer Stadt rund um G20 gespannt. Wir freuen uns sehr, dass unsere Idee bei den Museumsleitungen ein sehr positives Echo gefunden hat. Wir werden unseren Vorschlag einer Initiative in der Bürgerschaft beifügen und den Senat mit der weiteren Umsetzung, insbesondere der weiteren kommunikativen Begleitung, beauftragen. Der Senat wird der Kulturbehörde beziehungsweise den Museen die entsprechenden, noch näher zu kalkulierenden Einnahmeausfälle und Zusatzkosten selbstverständlich erstatten."

Hintergrund

Eine Übersicht aktueller Ausstellungen in den Hamburger Museen:

http://www.hamburg.de/kulturfoerderung/museen/

Stiftung Hamburger Kunsthalle, hier insbesondere das Ausstellungsprojekt OPEN ACCESS, das die Ideale der Bildungs- und Vermittlungsarbeit des ersten Direktors der Hamburger Kunsthalle, Alfred Lichtwark, für das 21. Jahrhundert weiterentwickeln will. Ziel ist es, durch dieses Ausstellungsformat die Rolle des Museums als Ort des Austausches mit Hamburger_innen, ihren persönlichen Fragen und Anliegen zu stärken. Zwölf Personen sind der Einladung gefolgt, an diesem Projekt teilzunehmen. Sie eint, dass sie alle zu unterschiedlichen Zeiten und aus verschiedenen Ländern nach Hamburg gekommen und dort geblieben sind. Gemeinsam mit dem Direktor der Kunsthalle, Christoph Martin Vogtherr, der seit Herbst 2016 in Hamburg lebt, bilden sie das Ausstellungsteam. In sechs Workshops hat sich das Team intensiv mit den Werken der Kunsthalle beschäftigt. Das Ergebnis sind 13 Blicke auf die Sammlung, zusammengefasst unter fünf großen Themen: Dialog, Empowerment, Freiheit, Gemeinschaft und Respekt.

Stiftung Museum für Kunst und Gewerbe, hier insbesondere die Sonderausstellung Food Revolution 5.0 (http://food.mkg-hamburg.de/en/)

Stiftung Museum für Völkerkunde, hier insbesondere die Ausstellung "Koloniale Hintergründe", die Verbindungen zwischen dem europäischen Kolonialismus und dem Museum beleuchtet.

Außerdem Kunstverein: http://www.kunstverein.de/ausstellungen/aktuell/index.php und Deichtorhallen: http://www.deichtorhallen.de/index.php?id=519

Stiftung Historische Museen Hamburg: Mit drei Haupthäusern nebst Außenstellen und im Museum für Hamburgische Geschichte mit der dann gerade eröffneten Sonderausstellung "Alt-Hamburg – Ecke Neustadt" mit bisher selten gezeigten künstlerischen Darstellungen von Orten in der Hansestadt aus den Jahren 1850 bis 1913. Alle Bilder der Ausstellung, darunter vor allem Zeichnungen, Aquarelle und seltene Künstlerdrucke, stammen aus dem Fundus der umfangreichen Einzelblattsammlung des Museums und bieten eine detailreiche Erfassung der Topografie von Alt-Hamburg. Darüber hinaus wird die Frage gestellt, wie das heutige Hamburg in Fotografien inszeniert wird. Dazu startet ab Ende Mai 2017 ein Foto-Aufruf in den Medien und im sozialen Netzwerk Instagram. Das Museum sammelt Hamburg-Motive die mit #hamburgscapes versehen sind und wird diese in der Ausstellung präsentieren. Siehe http://www.historische-museen-hamburg.de/de/ausstellungen/ausstellungen-im-museum-fuer-hamburgische-geschichte.htm.

Stiftung Archäologisches Museum Hamburg/Stadtmuseum Harburg – Helms-Museum mit der dann eröffneten augenzwinkernden Sonderausstellung Meisterwerke mit Schnabel: "DUCKOMENTA – MomEnte der Weltgeschichte" ab 9. Juni im Archäologischen Museum Hamburg, http://amh.de/ausstellungen/duckomenta/.

Redaktion

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