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Anwendungsorientierte und nachhaltige Forschung sind wichtige Investitionen

Die Bürgerschaft befasst sich heute mit einem interfraktionellen Antrag von SPD, CDU, Grünen und FDP zur hamburgischen Fraunhofer-Strategie. Bereits seit vielen Jahren werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um Hamburg als Standort für Fraunhofer-Institute auszubauen und damit die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft der Stadt durch moderne und anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung zu stärken. 2014 entstand auf dieser Grundlage die Fraunhofer-Strategie, die nun mit einem neuen Konzept vertieft werden soll. Ein Schwerpunkt soll dabei ausdrücklich im Bereich der Nachhaltigkeit in Industrie und Wirtschaft liegen.

Dazu Sven Tode, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: "Mit der heutigen Initiative knüpfen wir konsequent an unsere erfolgreiche Arbeit in der vergangenen Legislaturperiode an. Ich freue mich, dass auch CDU und FDP diesen Antrag mittragen. Seit 2014 hat sich Hamburg in rasantem Tempo zu einem wichtigen Standort für die dauerhafte Einrichtung von Fraunhofer-Instituten entwickelt. Wir unterstreichen mit der jetzigen Initiative das wissenschaftliche Potenzial der Hamburger Universitäten und Forschungseinrichtungen: damit wird innovatives und nachhaltiges Denken mit wirtschaftlichem und industriellem Nutzen verzahnt. Nach den guten Erfahrungen mit den Fraunhofer-Einrichtungen zu Erneuerbaren Energien, der Entwicklung pharmazeutischer Wirkstoffe und Maritimer Logistik wollen wir uns nun die Nachhaltigkeit im Bereich der Materialforschung als ein weiteres zukunftsträchtiges Themenfeld erschließen und dazu eine weitere Fraunhofer-Einrichtung in Hamburg etablieren."

Dazu René Gögge, wissenschaftspolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion: "Joseph von Fraunhofer hat gesagt: 'Meine Teleskope sind zum Durchsehen, nicht zum Ansehen.' Dies beschreibt in wenigen Worten sehr gut die angewandte Forschung: Die Ergebnisse exakter wissenschaftlicher Arbeit münden in innovativen Produkten und verbessern die Lebensqualität der Menschen. Seit mehr als zwei Jahren ist Hamburg Teil der Fraunhofer-Gesellschaft und entwickelt sich zum wichtigen Standort der größten europäischen Forschungsorganisation. Die drei bereits jetzt ansässigen Fraunhofer-Institute haben die Zukunftsthemen Energiewende, medizinische Forschung und maritime Wirtschaft im Fokus. Fast alle Lebens- und Technikbereiche profitieren von Innovationen auf diesem Gebiet. So können beispielsweise neue Werkstoffe den Wirkungsgrad von Solarzellen erhöhen. Kurz gesagt: Die Materialforschung setzt Impulse für nachhaltiges Wirtschaften, steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und erhöht unsere Lebensqualität. Wir wollen mit Hamburg im Bereich Nachhaltigkeit eine absolute Spitzenposition einnehmen. Es ist gut, dass wir in der Bürgerschaft mit breiter Mehrheit diese Entwicklung unterstützen."

Hintergrund:
Seit 2014 beteiligt sich die Freie und Hansestadt Hamburg an der gemeinsam von Bund und Ländern geförderten Finanzierung der Fraunhofer-Gesellschaft. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist die größte Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung in Europa. Derzeit gibt es in Hamburg drei dauerhafte Fraunhofer-Einrichtungen: Das Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (CML), den Fraunhofer IME Screeningport sowie das Fraunhofer-Anwendungszentrum Leistungselektronik für regenerative Energiesysteme (ALR). Im November 2016 gründete das führende Windenergieforschungsinstitut in Deutschland, Fraunhofer IWES, eine Abteilung zum Aufbau und Betrieb eines Großprüfstandes für Blattlager von Windenergieanlagen in Bergedorf am Technologiezentrum Energie-Campus des Competence Center für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E). Im Rahmen der Haushaltsbereinigungsverhandlungen im Bundestag wurde die Grundfinanzierung der Fraunhofer Gesellschaft um 60 Millionen Euro erhöht, davon kann auch Hamburg profitieren. Gespräche über die Aufnahme von Hamburger Instituten in die Fraunhofer-Gesellschaft werden derzeit geführt.

Redaktion

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