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Hamburg schickte wieder hunderte Lehrkräfte in die Sommerarbeitslosigkeit

Die Schulbehörde hat auch dieses Jahr wieder hunderte Lehrer_innen über die Sommerferien in die Arbeitslosigkeit geschickt, oft um sie danach wieder neu – und wieder bis zu den nächsten Sommerferien befristet – anzuheuern. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage (Drs. 21/10216) der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft hervor. 1.500 befristete Lehrkräfte lehrten im Juli an staatlichen Schulen, etwa die Hälfte davon in Vollzeit – deren Verträge liefen größtenteils zum Schuljahresende aus, damit die Behörde Kosten spart. „Das ist unverantwortlich und beschämend, gerade angesichts der wichtigen Arbeit, die sie leisten“, erklärt dazu Sabine Boeddinghaus, schulpolitische Sprecherin der Fraktion. „Alle pädagogischen Fachkräfte im Vertretungsunterricht müssen unbefristete Anstellungen erhalten!“

„Für die Betroffenen bedeutet die Arbeitslosigkeit über den Sommer meist: Kein Anspruch auf Arbeitslosengeld I, weil sie kein ganzes Jahr durchgängig beschäftigt waren, Brüche in ihrer Erwerbsbiographie, die sich bei den Altersbezügen negativ auswirken und natürlich eine Menge Bürokratie, die wegen sechs Wochen ohne Job oft gescheut wird – nicht zuletzt aus Scham“, ergänzt Zaklin Nastic, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion. „Die Lehrer_innen müssen dann aus eigenen Rücklagen für Leben und Versicherungen aufkommen. Diese Anstellungspraxis ist Lehrkräften wie Steuerzahler_innen gegenüber unfair: Einerseits hat Hamburg dadurch im Vergleich zu 2016 rund 1,7 Millionen Euro auf Kosten der Betroffenen eingespart, andererseits werden die Versorgungskosten für die, die in dieser Zeit auf SGB-Leistungen angewiesen sind, alljährlich auf den Bund abgewälzt.“

Redaktion

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