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Große Debatte über die Grenzen des Wachstums

„Der im Jahr 1972 vorgestellte Bericht des CLUB OF ROME über ‚Die Grenzen des Wachstums‘ hat in vielerlei Hinsicht unsere wirtschaftspolitischen Debatten bestimmt und den Fokus auf eine nachhaltige Entwicklung gelegt, die die Bedürfnisse der heutigen wie auch künftiger Generationen an den begrenzten Ressourcen sowie der begrenzten Belastbarkeit unserer Erde in den Blick nimmt. Die Frage nach der Zukunftssicherheit unseres Wohlstands ist vor dem Hintergrund überschuldeter öffentlicher Haushalte, der demographischen Entwicklung und aktueller Krisen im Nahen Osten und Afrika, die unmittelbare Auswirkungen auf Deutschland haben, gerade jetzt aktueller denn je“, sagte der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Michael Boddenberg, anlässlich der Veranstaltung Große Debatten über den Bericht des CLUB OF ROME zu den Grenzen des Wachstums mit dem Sozialwissenschaftler und Publizisten Prof. Dr. Meinhard Miegel.

‘Die Grenzen des Wachstums‘ basierte auf dem Modell, welches die Wechselwirkungen zwischen Kennzahlen wie Bevölkerungsdichte, Nahrungsmittelressourcen, Energie, Kapital, Umweltzerstörung oder Landnutzung berücksichtigte. Für das Modell wurden eine Reihe von Szenarien entwickelt, basierend auf der Entwicklung verschiedener hypothetischer politischer Maßnahmen. Die Ergebnisse waren immer ähnlich: Wenn die gegenwärtige Zunahme der Weltbevölkerung, Industrialisierung und Ausbeutung von Rohstoffen unverändert anhielte, würden die absoluten Wachstumsgrenzen der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht. Dies hätte dann ein rasches und unaufhaltbares Absinken der Bevölkerungszahl und des Wohlstands zur Folge.

Der Bericht habe schon seinerzeit die wirtschaftspolitischen Debatten polarisiert. Es habe glühende Befürworter gegeben, aber auch sehr kritische Stimmen. Deshalb sei es notwendig und sehr aktuell, sich damit erneut auseinanderzusetzen. „Mehr als 40 Jahre nach Veröffentlichung des Berichts wollen wir wissen, was aus den damaligen Prognosen geworden ist. Sind sie nach wie vor realistisch oder bereits eingetroffen? Gibt es neue Faktoren zu berücksichtigen? Wie sehen aktuelle Prognosen zu den Grenzen des Wachstums aus?“, fragte Boddenberg.

Der Referent des Abends, Professor Dr. Meinhard Miegel, studierte nach seiner Flucht aus der DDR Soziologie und Philosophie, Rechtswissenschaften und Volkswirtschaftslehre in Washington D.C. und Frankfurt am Main. 1966 legte er das 1. und 1969 das 2. juristische Staatsexamen ab. 1967 wurde er zum Dr. iur. utr. promoviert. Von 1970 bis 1973 war Miegel Syndikusanwalt bei der Firma Henkel in Düsseldorf. Von 1973 bis 1977 war er Mitarbeiter des Generalsekretärs der CDU, Kurt Biedenkopf, anschließend Leiter der Hauptabteilung Politik der Bundesgeschäftsstelle der CDU. Zusammen mit Kurt Biedenkopf gründete Miegel 1977 das Institut für Wirtschaft und Gesellschaft Bonn (IWG BONN). 1992 wurde Miegel als außerplanmäßiger Professor an die Universität Leipzig berufen, wo er bis 1998 lehrte und das Zentrum für internationale Wirtschaftsbeziehungen leitete. Seit 2007 ist Miegel Vorstandsvorsitzender des Denkwerks Zukunft – Stiftung kulturelle Erneuerung.

Mit ihrer Veranstaltungsreihe über „Große Debatten und ihren Einfluss auf Staat und Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft“ sucht die CDU-Landtagsfraktion den intensiven Dialog über die grundsätzliche Ausrichtung unserer Gesellschaft und möchte Impulse für eine zukunftsgerichtete Gestaltung von Staat und Gesellschaft geben. „Wir wollen damit an große Debatten erinnern, die Deutschland bewegt haben. Dies gibt uns die Möglichkeit, an vergangene Auseinandersetzungen zu erinnern und aufzuzeigen, was daraus geworden ist. Sind die Fragestellungen noch aktuell? Müssen die Debatten erneut geführt werden? Welche Erkenntnisse können wir für unsere aktuelle und künftige Politik gewinnen? Es ist Aufgabe von Politik, über den Tellerrand zu schauen und Standpunkte immer wieder neu auszutarieren. Die Weltwirtschaftskrise, der IS-Terror im Nahen Osten, der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine oder die bestehende Flüchtlingssituation machen es notwendig, frühere Standpunkte kritisch zu hinterfragen und zu neuen Lösungen weiterzuentwickeln. Über den richtigen politischen Weg müssen auch künftig die Argumente frei ausgetauscht werden, denn Demokratie lebt nicht zuletzt vom Wettbewerb der Ideen. Wir sind froh, dass es uns gelungen ist, für die Vorträge führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu gewinnen“, so Boddenberg.

Redaktion

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