LandesPressePortal - Aktuelle Politik Nachrichten

Netzengpassgebiete: Fatale Deckelung der Windenergie von Hessen abgewendet

Das Umdenken der Bundesnetzagentur und offenbar auch der Bundesregierung bei der Festlegung von Netzengpassgebieten  ist aus Sicht der GRÜNEN im Landtag ein überfälliger und sachlich zwingender Schritt. „Eine hessische Initiative im  Bundesrat hat dazu geführt, dass im Gesetz für die Festlegung  von Netzengpassgebieten als Kriterium aufgenommen, wo künftig Abregelungen von Windkraft zu erwarten sind.  Die fachliche Prüfung hat nun ergeben, was wir immer gesagt haben: Hessen ist nicht Teil des Problems der kostspieligen Abregelungen im Norden Deutschlands und kann deshalb auch nicht Teil der Lösung sein. Wir können unseren dezentral erzeugten Strom bei uns auch dezentral verbrauchen“, erklärt Angela Dorn, energiepolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Wir danken der Landesregierung, allen voran Energieminister Tarek Al-Wazir und Ministerpräsident Volker Bouffier, für ihren beherzten Einsatz auf Bundesebene.“

 

„Wir sind zufrieden, dass die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium nun aufgrund der Sachlage entschieden haben. Wir erwarten, dass der Entwurf nun auch weiter frei von unsachlichen Einflüssen so beschlossen wird“, mahnt Angela Dorn. „Wenn Hessen wie befürchtet zum Netzengpassgebiet erklärt worden wäre, wäre der Windkraftzubau in Hessen stärker als in anderen Bundesländern gedeckelt werden. Ohnehin belasten die Verschlechterungen in der Novelle des Erneuerbaren Energieengesetzes (EEG) die hessischen Standorte und die Energiewende bei uns.  Es war dringend notwendig, zumindest diese fatale Regelung für Hessen abzuwenden.“

 

„Seit wir in Hessen mitregieren, sind 160 neue Windräder entstanden. Der aus Windenergie erzeugte Strom ist dadurch seit 2014 um 74 Prozent angestiegen. Weitere rund 500 Anlagen sind derzeit im Genehmigungsverfahren. Die Energiewende in Hessen hat Fahrt aufgenommen – nun müssen wir hoffen, dass diese sehr gute Entwicklung nicht vom Gegenwind aus Berlin gebremst wird. Letztlich bleibt abzuwarten, wie sich die vielfältigen Veränderungen des EEG auf Hessen auswirken. Wir werden im Bund weiter für bessere Rahmenbedingungen kämpfen.“ 

 

Hintergrund Netzengpassgebiete:

Beim Konzept der „Netzengpassgebiete“ geht es eigentlich darum, dass ausreichende Stromnetze fehlen, um den Ausgleich zwischen dem durch Windstrom energiereichen Norddeutschland mit dem verbrauchsstarken Süddeutschland immer gut gewährleisten zu können. Am stärksten belastet sind die großen Übertragungsleitungen im Winterhalbjahr: In den kalten und stürmischen Monaten speisen die Windräder im Norden besonders viel Strom ein, in den industriellen Zentren im Süden wird noch mehr Energie für Wärme und Licht nachgefragt, wenn es kalt ist und früh dunkel wird. Damit die Leitungen nicht überlastet werden und abschalten,  fordern die Übertragungsnetzbetreiber von den Kraftwerksbetreibern, dass Anlagen im Norden gedrosselt und stattdessen Kraftwerke im Süden hochgefahren werden. Das ist kostspielig. Da diese Abregelung aber bei Windenergieanlagen in Hessen praktisch nicht vorkommt, ist die „Netzengpassgebiete“-Planung für Hessen völlig fehl am Platz und kontraproduktiv. Wir können unseren dezentral erzeugten Strom gut vor Ort verbrauchen. Hessen ist nicht Teil des Problems beim Ausbau der Windenergie und sollte folglich auch nicht zu einem Netzengpassgebiet erklärt werden.

Redaktion

Das LandesPressePortal (LPP) ist ein unabhängiges Presseportal für Parteien, Fraktionen und Ministerien in der Bundesrepublik Deutschland.

Um Presse-Meldungen auf dem LandesPressePortal zu veröffentlichen, senden Sie diese per Email (ggf. als Word-Dokument -Bitte kein PDF- und eventuell einem Bild im JPEG-Format mit mind. 1000 x 600 Pixel) an redaktion@landespresseportal.de. Grundsätzlich ist die Veröffentlichung von Presse-Meldungen auf dem LPP kostenlos. Die Redaktion bzw. der Seiteninhaber distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen veröffentlichten Video- & Presse-Meldungen und den Ton-, Bild- & Logo-Rechten. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion bzw. der Seitenbetreiber.

 

 

Weitere Videos der Redaktion

Ähnliche Artikel

  • Finanzieller Lastenausgleich bei der Windenergie ist diskutabel
    Zum Vorschlag der SPD zur Einführung eines Windbürgergeldes erklärt der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Christopher Vogt:   "Ich glaube zwar nicht, dass sich die Akzeptanz der Energiewende erkaufen lässt, aber dass die Standortgemeinden und die Anwohner am Gewinn beteiligt werden, halte ich im Sinne eines Lastenausgleichs für absolut diskutabel. Die beste Lösung…
  • Hoch mit den Ausbaumengen für die Windenergie an Land und auf See
      Niemand hat gesagt, dass es einfach wäre, aus der Atomenergie auszusteigen. Niemand hat behauptet, es sei einfach, CO2 frei zu leben, ohne fossile Energien.   Aber es gibt nur noch wenige, die daran zweifeln, dass wir es tun müssen und auch können. Denn wir wissen, dass es schon jetzt national…
  • Ausbau der Windenergie: Positionspapier der Umweltverbände wichtiger Beitrag zur Debatte
    Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag, BENJAMIN RASCHKE, hat das heute vorgestellte Positionspapier der Brandenburger Umweltverbände BUND und NABU als „wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Debatte zum Ausbau der Windkraft im Land“ bezeichnet. Konflikte der Windenergienutzung mit Mensch und Natur dürfen nicht schön geredet, sondern…
  • Argumente von Volksinitiative gegen Windenergie nicht überzeugend
    Argumente von Volksinitiative gegen Windenergie nicht überzeugendDie beiden bündnisgrünen Landtagsabgeordneten HEIDE SCHINOWSKY und MICHAEL JUNGCLAUS haben anlässlich der heutigen Befassung des Ausschusses für Infrastruktur und Landesplanung (AIL) mit der Volksinitiative ,,Rettet Brandenburg" (VI) die Bedeutung der Windenergie für den Klimaschutz betont.Für den Infrastrukturausschuss hat die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN…
  • Bäumer: Geplante Eingliederung ins NLWKN: Vogelschutzwarte ist Umweltminister bei Ausbauplänen für Windenergie ein Dorn im Auge
    Bäumer: Geplante Eingliederung ins NLWKN: Vogelschutzwarte ist Umweltminister bei Ausbauplänen für Windenergie ein Dorn im Auge Hannover. Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, hat die Pläne von Umweltminister Wenzel heftig kritisiert, die Staatliche Vogelschutzwarte zu entmachten. Wie der „Weser Kurier" in seiner heutigen (29. Juli) Ausgabe berichtet, soll die Organisation…

Copyright © Landespresseportal.de. Alle Rechte vorbehalten.

Top Desktop version