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Schweres Leid der Heimkinder wird gemeinsam weiter aufgearbeitet

Die GRÜNEN im Landtag sind bestürzt über die Medikamententests an Kindern in Heimen in den 50er und 60 er Jahren. „Die in der heutigen Anhörung im Sozialausschuss des Landtages erneut vorgetragenen Erkenntnisse aus der Studie von Sylvia Wagner zeigen, dass Pharmafirmen und Ärzte den Kindern schweres Leid angetan haben“, so Marcus Bocklet, sozialpolitischer Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Hessischen Landtag. „Die Vorgänge sind dokumentarisch sehr schwer nachzuvollziehen; es lässt sich kaum noch beurteilen, wer Täter oder Mitwisser war und durch Fahrlässigkeit diese Menschenversuche ermöglicht hat. Es zeichnet sich aber ab, dass Aufsichts- und Kontrollmechanismen versagt haben müssen. Das bedauern wir zutiefst. Unser Mitgefühl gilt allen Opfern dieser Zeit.“

 

Die Anhörung zeigt auch, dass viele Quellen zu den Vorgängen, Informationen oder Dokumentationen heute nicht mehr existieren. Eine Aufarbeitung wird daher kaum lückenlos möglich sein. „Die durch die Forschung von Frau Wagner aufgedeckten Medikamententests lassen mit großer Sicherheit vermuten, dass auch in hessischen Heimen über die vorhandenen Hinweise hinaus solche Tests durchgeführt wurden“, so Bocklet. „Mit der heutigen Anhörung ist das Thema für uns in Hessen daher nicht abgeschlossen. Aus Sicht der Experten stehen wir sogar erst am Beginn der Aufarbeitung. Wir wollen den Spuren weiter nachgehen und versuchen, noch offene Fragen zu klären. In diesem Sinne werden wir nun über das weitere Vorgehen beraten, beispielweise über weitere aufarbeitende Recherchen.“

 

„Die Fragen der rechtlichen Verantwortung ist nach Jahrzehnten schwer zu klären. Klar ist: Impf- und Medikamententests an Kindern sind ethisch verwerflich. Der Hinweis auf eine angebliche Legalität in der Rechtssituation der damaligen Zeit entbindet die Täter daher nicht von ihrer moralischen Verantwortung. Und auch diese angebliche Legalität steht zumindest auf wackeligen Beinen, selbst angesichts  der Rechtslage in den 50er und 60er Jahren.“

Redaktion

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