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EuGH stellt klar: Auch neue Gentechnikverfahren zählen als Gentechnik

Die GRÜNEN im Landtag sind froh über das klare Urteil des Europäischen Gerichtshofs, demzufolge auch neue Gentechnikverfahren als Gentechnik gewertet werden. „Gentechnik ist Gentechnik, das ist nach diesem Urteil klar“, so Martina Feldmayer, Sprecherin für Landwirtschaft der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. „Wir erwarten jetzt von der Bundesregierung, dass sie die Anwendung neuer gentechnischer Verfahren in der Landwirtschaft genauso behandelt, wie es die GVO-Richtlinie vorsieht. Hierbei dürfen auch keine Schlupflöcher offengelassen werden. Die Bundesregierung muss zu ihrem Wort im Koalitionsvertrag stehen und das Vorsorgeprinzip durchsetzen. Dazu gehören die Regulierung, die Sicherheitsprüfung und die Kennzeichnung auch neuer Gentechnikverfahren als Gentechnik.

„Hessen ist dem Europäischen Netzwerk Gentechnikfreier Regionen beigetreten; wir kümmern uns darum, dass heimische Futtermittel statt Gensoja in die Tröge hessischer Ställe kommt“, erläutert Feldmayer. „Auch die Mehrheit der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen Gentechnik-Verfahren in der Landwirtschaft ab. 93 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wollen wissen, wenn Gentechnik in ihren Lebensmitteln steckt. Und auch die Bäuerinnen und Bauern in Deutschland und in der EU sind bisher damit gut gefahren, keine gentechnisch veränderten Pflanzen anzubauen“

In den vergangenen Jahren wurden neue molekularbiologische Techniken entwickelt. Eine der neuen Züchtungsmethoden wird als CRISPR/Cas bezeichnet. Neue Studien hätten bisher übersehene ungewollte CRISPR-Nebenwirkungen entdeckt, so Feldmayer. Auch sei die oft bemühte Legende von den „im Endprodukt nicht nachweisbaren Veränderungen“ inzwischen widerlegt. „Auch bei den neuen Techniken werden die Erbinformation einer Pflanze verändert. Das Verhalten dieser genetisch veränderten Organismen in der Umwelt ist bisher unbekannt und daher ein unkalkulierbares Risiko. Gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere sind nicht mehr rückholbar, wenn sie erst einmal in die Natur entlassen wurden. Damit besteht das Risiko möglicher Schäden und negativer Folgen für die Umwelt.“

Gentechnik in der Landwirtschaft führe nachweislich vor allem dazu, die Abhängigkeit von Gen-Saatgut und den passenden Pestiziden zu festigen. „Wir wollen erreichen, dass der gemeinnützige Zugang zu regionalem und standortangepasstem Saatgut erhalten wird. Hier zeigt gerade der Ökolandbau: Gute und gesunde Futter- und Lebensmittelproduktion funktioniert auch ohne Gentechnik. Deshalb lehnen wir gentechnische Manipulationen von Tieren und Pflanzen ab.“

Redaktion

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