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Auch Kautionsversicherer VHV und QBE attestierten P+S-Werften gute Perspektive / Jochen Schulte/ Thomas Krüger: Managementfehler bei Abwicklung von Aufträgen führten zur wirtschaftlichen Schieflage

(LPP) Zu den Anhörungen von Vertretern der Kautionsversicherer VHV und QBE im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) zu den P+S-Werften erklären der Vorsitzende des Untersuchungsausschusses Jochen Schulte und der stellvertretende Obmann der SPD-Landtagsfraktion im PUA, Thomas Krüger:

Jochen Schulte:
„Die gute Prognose des Kautionsversicherers VHV im Jahr 2011 hat eindrucksvoll bestätigt, dass alle Experten den P+S-Werften zu diesem Zeitpunkt eine positive Entwicklung attestierten. So führte der Zeuge Michael Werner aus, dass VHV auf Grundlage des damaligen Kenntnisstandes ein Engagement bei den P+S-Werften erneut eingehen würde.

Auch Jose Perez Garcia von QBE verwies auf die positive Tendenz der Werften. So sei QBE im August 2011 davon ausgegangen, dass die Werftstandorte in Stralsund und Wolgast sowohl technisch als auch finanziell den turn-around geschafft hätten. Ansonsten wäre QBE kein Engagement eingegangen.

Damit haben Zeugenbefragungen im PUA einmal mehr ergeben, dass aufgrund der Auftragssituation die Chancen für die Gesundung der Werften in Stralsund und Wolgast als hoch eingeschätzt wurden.

Deutlich ist mit den Anhörungen von Werner und Perez Garcia zudem geworden, dass Managementfehler zur zunehmenden Schieflage der P+S-Werften geführt haben. So konnten etwa durch das komplette Fehlen eines Gewichtmanagements die beiden Fähren für Scandlines nicht auftragsgerecht fertiggestellt werden – mit verheerenden Folgen für die Werften.

Interessant ist die Einschätzung von Perez Garcia, dass der Insolvenzantrag von der Werftführung möglicherweise zu schnell gestellt wurde – auch da sich der damalige Werft-Geschäftsführer Fuchs nie mit den Versicherern in Verbindung gesetzt habe, um die Liquidität der P+S-Werften doch noch abzusichern."

Thomas Krüger:
„Beide Zeugen haben klar gemacht, dass die Verantwortung für die negative Entwicklung der P+S-Werften auf der konstruktionstechnischen Seite lag und von nichttechnischen Sachverständigen nicht überprüft werden konnte. Dieser Aspekt der Verantwortlichkeit muss nun mit Hochdruck im PUA geklärt werden.

Vor diesem Hintergrund ist die Vernehmung von Dr. Dieter Brammertz im PUA dringend erforderlich. Als Geschäftsführer (CEO) der Werften von Februar 2010 bis Juli 2012 muss er die Situation im Unternehmen am besten gekannt haben. Deshalb ist Dieter Brammertz ein Kronzeuge für den PUA und muss als Zeuge nach der Sommerpause zu wesentlichen Themenkomplexen aussagen."

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