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Ein Jahr Kita-Vollverpflegung – eine kritische Bilanz ist notwendig

Ein Jahr Kita-Vollverpflegung – eine kritische Bilanz ist notwendig

 

Seit Anfang des Jahres 2015 gilt in M-V die Vollverpflegung in den Kitas. Dazu erklärt die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Jacqueline Bernhardt:

 

„Es ist grundsätzlich zu begrüßen, dass seit einem Jahr die Vollverpflegung in den Kitas des Landes gilt. Jedes Kind braucht ein gesundes, schmackhaftes Essen. Die Erfahrungen der vergangenen Monate haben allerdings gezeigt, dass die Qualität des Essens oft nicht kindgerecht, geschweige denn gesund ist. Nach wie vor ist nicht eindeutig geklärt, was zu einem vollwertigen gesunden Essen für Kindergehört.

 

Die Einführung der Vollverpflegung war mit weiteren Problemen behaftet, die zum Teil heute noch nicht gelöst sind. Offen ist etwa nach wie vor, wie Eltern in die Umsetzung der Vollverpflegungeinbezogen werden können. Im April 2015 wandten sich rund 3000 Eltern mit einer Petition an den Landtag, in der sie unter anderem forderten, bei der Wahl des Caterers und der Art der Abrechnungbeteiligt zu werden. Weitere Petitionen zum Thema sind beim zuständigen Ausschuss anhängig.

 

Problematisch ist weiterhin auch die Frage der Finanzierung der Vollverpflegung. So rühmt sich die Landesregierung zwar mit deren Einführung, zahlen müssen aber letztlich die Eltern und Wohnsitzgemeinden. Vor dem Hintergrund steigender Elternbeiträge muss hier nachjustiert werden, ein Kita-Platz darf nicht zum Luxus werden.

 

Die Landesregierung muss bei der Betrachtung von einem Jahr Vollverpflegung in Kitas die rosarote Brille abnehmen und sich einer kritischen Bilanz stellen. Nur so können notwendige Verbesserungenerreicht werden.“

Redaktion

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