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GRÜNE Initiative schafft Transparenz bei Glyphosat

In der heutigen Sitzung des Landtags M-V thematisierte die bündnisgrüne Fraktion, in welchem Umfang das Pflanzenschutzmittel Glyphosat in Futter- und Lebensmitteln sowie im menschlichen Körper nachgewiesen werden kann. Der Vorsitzende der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Jürgen Suhr, kommentiert dazu:

„Ich bin besorgt darüber, dass die Kontrollbehörden in M-V in Lebens- und Futtermitteln Glyphosat gefunden haben. Dabei kann in keinem Fall beruhigen, dass es sich um Konzentrationen unterhalb der gesetzlich festgeschriebenen Höchstgrenzen handelt. Wenn in einer Probe des Futtermittels Gerstenschrot knapp 10 Milligramm Glyphosat pro Kilogramm nachgewiesen werden, dann ist das aus meiner Sicht ein deutliches Alarmsignal. Pflanzenschutzmittel gehören nicht in Lebens- und auch nicht Futtermittel. Die Glyphosatanwendung in der Landwirtschaft muss dringend reduziert und bis zu einer endgültigen Klärung möglicher Gesundheitsgefahren des Herbizids sogar ausgesetzt werden.

Außerdem bedarf es einer öffentlich transparenten und gut nachvollziehbaren Darstellung der Lebensmitteluntersuchungen. Wenn sich Minister Backhaus dahingehend als Vorkämpfer für Transparenz darstellt, ist das eine grobe Verzerrung der Realität. Erst unsere Initiative brachte dieses Thema in die Öffentlichkeit und schafft mehr Klarheit. Wir freuen uns umso mehr, dass Minister Backhaus heute die Veröffentlichung der Untersuchungsdaten zusagte, wie sie in Nordrhein-Westfalen bereits gelebte Praxis ist. Auch der Einsatz für ein Verkaufsverbot von Glyphosat in Baumärkten wurde erst auf unsere Nachfrage hin angekündigt. Wir werden die Umsetzung dieser Zusagen genau verfolgen. Denn Glyphosat ist eben kein Medikament, das Pflanzen brauchen, um gesund zu bleiben.“

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Hintergrund:
Die bündnisgrüne Landtagsfraktion hatte mit einer Kleinen Anfrage bei der Landesregierung nachgefragt, in welchem Ausmaß Lebens- und Futtermittel sowie Menschen in M-V mit dem Breitbandherbizid Glyphosat belastet sind (Drs. 6/5228):

Insgesamt untersuchte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei im Zeitraum von 5 Jahren gerade einmal 247 Proben, davon im Jahr 2011 nur 3. Die meisten Proben (183) wurden im Jahr 2015, also erst nachdem Glyphosat vermehrt in den öffentlichen Fokus gelangte, angefertigt.

In knapp drei Prozent der Lebensmittel und in 16,2 Prozent der Futtermittelproben waren Glyphosatrückstände nachweisbar. Auffällig ist jedoch, dass zahlreiche Lebensmittelgruppen, für die vergleichsweise niedrige Glyphosat-Höchstgrenzen existieren, wie Fleisch, Fisch oder Milch, kaum untersucht wurden. Der höchste im Lebensmittelbereich gemessene Wert betrug bei roten Linsen 2,81 Milligramm Glyphosat pro Kilogramm (erlaubter Höchstwert 10 Milligramm pro Kilogramm) und bei Futtermitteln 9,53 Milligramm Glyphosat pro Kilogramm Gerstenschrot (erlaubter Höchstwert 20 Milligramm pro Kilogramm). Die laut Rückstands-Höchstmengenverordnung (RHmV) erlaubten Höchstmengen in Lebensmitteln sind sehr unterschiedlich. Während in Getreide 20 Milligramm Glyphosat pro Kilogramm erlaubt sind, sind es bei Gemüse nur 0,1 Milligramm pro Kilogramm und bei Milch nur 0,05 Milligramm pro Kilogramm.

Verarbeitete Lebensmittel, wie beispielsweise Bier, werden durch die Lebensmittelbehörden derzeit gar nicht untersucht. Untersuchte Bio-Lebens- und Futtermittel waren durchweg frei von Glyphosatrückständen.

Redaktion

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