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Bundeswehr an Schulen

Das LandesPressePortal berichtet heute über die Aktivitäten der Bundeswehr an deutschen Schulen.

Schon in der Vergangenheit gab es ausführliche Berichte über dieses Thema. Bereits 2015 äußerte sich die deutsche Publizistin und Politikerin, Ulla Jelpke, SPIEGEL ONLINE gegenüber kritisch über dieses Thema. Die Zahlen aus dem damaligen Bericht sind erschreckend. 8100 Vorträge vor fast 140.000 Schülern, Tausende weitere Veranstaltungen: 29,9 Millionen Euro gab die Bundeswehr im vergangenen Jahr für Nachwuchswerbung im Klassenraum aus, titelte SPIEGEL ONLINE damals.

 

 

Zum Antrag „Keine Militarisierung in der Bildung in M-V“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

 

„Im Grundgesetz ist die Friedensverpflichtung der Bundesrepublik verankert. Sie gilt für alle gesellschaftlichen Bereiche. Deshalb muss es darum gehen, dass Kinder an Schulen lernen müssen, wie Kriege entstehen, sie müssen über Ursachen und Auswirkungen von Kriegen aufgeklärt werden. Veranstaltungen der Bundeswehr an den Schulen, die sie selbst als Schuleinsätze bezeichnen, sind nicht geeignet, die Lern- und Erziehungsziele, zum Beispiel für Gerechtigkeit und Frieden einzutreten, umzusetzen.

 

Politische Bildung darf nicht der Bundeswehr überlassen bleiben. Bei deren Besuchen in den Bildungseinrichtungen steht nicht Bildung, sondern das Werben im Vordergrund – allein schon durch das Auftreten in Uniform. Erschwerend kommt hinzu, dass niemand kontrolliert, wie die Besuche ablaufen. So weiß niemand, ob die Informationen ausgewogen sind und etwa auchFriedensinitiativen zu den Unterrichtsbesuchen hinzugezogen werden.

 

Es ist unstrittig, dass Deutschland in den Schulen verteidigt wird, aber nicht durch die Werbung der Bundeswehr. Dies geschieht vielmehr durch den Erwerb von Kenntnissen, damit durch Wissenschaft und Technik unser Land sicher und wettbewerbsfähig gemacht wird und Konflikte friedlich gelöst werden.“

 

Stefan Liebich, Abgeordneter der Linken, beauftragte damals den wissenschaftlichen Dienst des Bundestages, die Rechtslage zu klären. Dieser erstellte ein Gutachten. Ergebnis:

„Informationen über die Bundeswehr im Pflichtfach des Schulunterrichts sind verfassungsrechtlich grundsätzlich zulässig."

 

Auch das entwicklungspolitische Kinderhilfswerk Terre des Hommes kritisiert die Vorgehensweise der Bundeswehr. Es schreibt dazu:


Die Bundeswehr wirbt um Kinder Die Bundeswehr benötigt jährlich rund 15.000 neue Rekruten. Um diese Zahl zu erreichen, wurden in den letzten Jahren die Werbemaßnahmen stark ausgeweitet. Besonders an Schulen versuchen Soldaten, Nachwuchs zu werben. Viele Jugendliche lassen sich von guten Gehältern, festem Job, kostenlosem Studium und anderen Vergünstigungen der Bundeswehr locken. Die Angst vor Einsätzen in Krisengebieten wie Afghanistan wird oft verdrängt. Viele Eltern befürchten, dass ihr Kind sich überzeugen lässt, zur Bundeswehr zu gehen und später in lebensgefährliche Auslandseinsätze abkommandiert wird.

 

 

 

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