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Soziale Gerechtigkeit geht nicht ohne Gleichstellung der Geschlechter

Zur Ablehnung des Antrags „Gleichstellung von Frauen und Männern überall – Gleichstellungspolitisches Rahmenprogramm endlich vorlegen“ erklärt der gleichstellungspolitische Sprecher der Linksfraktion, Peter Ritter:

 

Soziale Gerechtigkeit geht nicht ohne die Gleichstellung von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen. Hinsichtlich Geschlechtergerechtigkeit und gleicher Möglichkeiten der Lebensgestaltung im Land gibt es nach wie vor große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Die Landesregierung muss deutlich nachlegen, um das selbst gesetzte Ziel einer tatsächlichen Gleichstellung zu erreichen. Daher ist es völlig unverständlich, dass unser Antrag auf die Erarbeitung eines gleichstellungspolitischen Rahmenprogrammes heute von SPD und CDU erneut abgelehnt wurde.

 

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung in M-V sind Frauen (51 Prozent, 717 100). Die Beteiligung am Erwerbsleben ist bei Frauen und Männern etwa gleich verteilt. Frauen in M-V haben eine hohe Erwerbsorientierung, sind jedoch deutlich stärker von geringem Erwerbseinkommen betroffen als Männer. Laut Angaben des Statistischen Landesamtes M-V gibt es z. B. bei der Stellung im Beruf, den Wochenarbeitszeiten, der Befristung von Verträgen und den erzielten Einkommen größere Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

 

-         31,5 Prozent der Beamten sind Frauen.

-         35,5 Prozent der Selbstständigen sind Frauen.

-         Mit 34,2 Wochenstunden Erwerbsarbeit liegen Frauen zwar über dem Bundesdurchschnitt, aber noch unter der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit der Männer in M-V mit 39,1 Stunden.

-         13,7 Prozent der Frauen in M-V haben befristete Arbeitsverträge (Männer 12,6 Prozent).

-         Frauen sind überdurchschnittlich in Berufen tätig, die vergleichsweise schlechter bezahlt werden und als typische Frauenberufe gelten. 94,7 Prozent des pädagogischen, Leitungs- und Verwaltungspersonals in den Kindertageseinrichtungen sind weiblich. 87,3 Prozent des Gesundheits- und Pflegepersonals in den Krankenhäusern des Landes sind weiblich, aber nicht einmal die Hälfte der Ärzte in Krankenhäusern sind Frauen (46 Prozent).

-         Lediglich 38,3 Prozent der Beamten und Richter in den Landesbehörden sind weiblich. Dafür sind überdurchschnittlich viele derer, die in den Landesbehörden eine Teilzeitbeschäftigung haben, Frauen (84 Prozent).

-         Mit einem Anteil von lediglich einem Drittel der Habilitationen an den Hochschulen des Landes sind Frauen in der wissenschaftlichen Karriere deutlich unterrepräsentiert.

-         Weit mehr als 90 Prozent der Alleinerziehenden sind Frauen. Sie sind überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit und geringem Erwerbseinkommen betroffen.

-         Nahezu doppelt so viele Frauen wie Männer haben ein Nettoeinkommen von unter 900 Euro (18,3 Prozent Frauen, 9,5 Prozent Männer). Damit sind ein Fünftel aller Frauen im untersten Einkommenssektor verhaftet, von Armut betroffen oder bedroht und häufig trotz Erwerbsarbeit auf Sozialleistungen angewiesen.

-         Fast die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen hat ein Nettoeinkommen zwischen 900 und 1500 Euro (Frauen: 47,4 Prozent, Männer: 45,5 Prozent).

-         Demnach haben lediglich ein Drittel (34,3 Prozent) aller erwerbstätigen Frauen ein Nettoeinkommen von mehr als 1500 Euro.

 

Niedrige Erwerbseinkommen führen zu geringen Renten – bei Männern und insbesondere bei Frauen. Die Altersarmut ist damit programmiert und wird einen großen Teil der weiblichen Bevölkerung treffen, die sich trotz Arbeit keinen auskömmlichen Ruhestand leisten können.Armutsbedrohung, prekäre Lebenssituationen und Unsicherheiten ziehen sich für die Frauen im Land nahezu durch jede Lebensphase. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden, Denkweisen und Strukturen müssen sich grundlegend ändern. Die ungleiche Verteilung von Chancen und Möglichkeiten wollen wir mit einem gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm für M-V angehen. Den Antrag haben wir heute im Landtag eingebracht.

 

Die Fraktionen von SPD und CDU sind jedoch der Auffassung, dass alles in Ordnung ist. Sie sehen offenbar keinen Änderungsbedarf an der Lage der Frauen. Sie verschließen damit einmal mehr die Augen vor der Situation der Menschen im Land.“

Redaktion

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