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Medizinische Versorgung in M-V: Linksfraktion unterbreitet Vorschläge

Zur Aktuellen Stunde „Medizinische Versorgung in ganz M-V“ erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion, Torsten Koplin:

 

„Die CDU will die Landesregierung, insbesondere den Gesundheitsminister in gutem Licht präsentieren. Das kann nicht gelingen, denn gemessen an den Herausforderungen ist deren Bilanz aber eher dürftig. Die Aktivitäten im Bereich der medizinischen Versorgung zeichnen sich durch Untätigkeit, fatale Fehlentscheidungen, Aktionismus und Flickschusterei aus. Die Landesregierung kann nicht ernsthaft behaupten, dass sie willens und in der Lage ist, die medizinische Versorgung zu sichern, wenn sie nicht einmal den medizinischen Versorgungsbedarf kennt. Um diesen zu ermitteln, bedürfte es einer qualifizierten Gesundheitsberichterstattung, die es seit Jahren nicht gibt.

 

Auch in Fragen der Sicherung des medizinischen Berufsnachwuchses versagt die Landesregierung. Das vollmundig angekündigte Millionenprogramm zur Gewinnung von Ärzten im ländlichen Raum ist mit Blick auf den vorliegenden Haushaltsentwurf ein schlechter Witz. Eingestellt wurden in den Haushalt für kommendes Jahr lediglich 50 000 Euro. Das reicht gerade einmal für 14 Stipendien, ein Zehntel der bereits jetzt fehlenden Hausarztstellen.“

 

Die Linksfraktion hat heute drei Vorschläge zur besseren Sicherung der medizinischen Versorgung in M-V unterbreitet:

 

1.      Gesundheitsberichtserstattung 2.0

Erforderlich ist eine aussagekräftige Analyse über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung. Aus ihr ließe sich der Bedarf der medizinischen Versorgung ableiten. Eine Gesundheitsberichterstattung, die selbstverständlich auch Zusammenhänge mit der sozialen Situation herstellt, muss detailliert sein, kontinuierlich erfolgen und Handlungsempfehlungen für die Politik und für die Akteure im Gesundheitswesen unterbreiten.

 

2.      Fachkräftenachwuchs 2.0

Die Anstrengungen zur Gewinnung von medizinischen und pflegerischen Fachkräften müssen deutlich intensiviert werden. Das Stipendienprogramm im Rahmen des Masterplans „Medizinstudium 2020“ muss finanziell besser ausgestattet werden. Die Kapazitäten für das Medizinstudium müssen erweitert werden. Alternativ könnte eine medizinische Hochschule eingerichtet werden, wo zusätzlich Mediziner und Psychologen ausgebildet werden. Darüber hinaus könnten hier konzentriert nichtärztliche Fachkräfte aus- und weitergebildet werden.

 

Das Berufsbild nichtärztlicher Assistenzkräfte sollte weiterentwickelt und die Tätigkeit der Entwicklung angepasst werden. Eine Schwester Agnes Plus könnte beispielsweise Diagnose, Psychologie und Umgang mit digitaler Technik miteinander verknüpfen. Voraussetzung hierfür ist die Finanzierungsgarantie von den Krankenkassen unabhängig von der Zahl der betreuten Patienten.

 

3.      Initiative Telemedizin 2.0

Die Anwendung der Telemedizin als Teilbereich der Digitalisierung in der medizinischen Versorgung muss einen kräftigen Schub erhalten. Die von der Landesregierung vorgesehenen 200 000 Euro jährlich reichen hinten und vorne nicht. Die Telemedizin muss dringend flächendeckend Anwendung finden. Hierzu bedarf es der Vernetzung der Akteure, der systematischen Aus- und Weiterbildung der Anwenderinnen und Anwender der Telemedizin, klarer Vergütungsregeln und verbesserten Datenschutzes.

Redaktion

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