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GRÜNE kritisieren Abschussprämie für Wildschweine

Anlässlich der aktuelle Diskussion zur Wildschweinbejagung und Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest erklärt Claudia Schulz, agrar- und umweltpolitische Sprecherin von Bündnis 90/DIE GRÜNEN Mecklenburg-Vorpommern: 

„Unsere Landwirte sind verständlicherweise besorgt. Die Afrikanische Schweinepest rückt näher an Mecklenburg-Vorpommern heran. Alle bisherigen Versuche, sie aufzuhalten, haben nicht zum Erfolg geführt. Und wir bezweifeln stark, dass die ausgelobte Abschussprämie von 25 Euro pro erlegten Wildschein hilft, die Seuche aufzuhalten. Die Abschussprämie ist nur Aktionismus, der keinen Effekt haben wird. Eine Reduzierung der Wildschwein-Bestände um 70 Prozent, wie vom Bauernverband gefordert, ist unter den jetzigen Umständen utopisch. Die Probleme der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und der viel zu hohen Wildschwein-Bestände sind hausgemacht. 

Das Land erhofft sich von der Prämie höhere Abschusszahlen und in der Folge eine niedrigere Wildschwein-Population und ein geringeres Ausbreitungsrisiko. Allerdings waren die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern auch bisher schon in regelmäßigen Abständen von etwa zwei bis drei Jahren seit der Wende aufgerufen worden, etwas gegen das Anwachsen der Wildschwein-Bestände zu unternehmen. Passiert ist effektiv nichts. Wildschweine breiten sich seit Jahren rasant aus. Und so haben die Wildschweinbestände eine Zahl erreicht, bei der anzunehmen ist, dass mit jagdlichen Mitteln nur noch wenig auszurichten ist. Der Ausbruch der Schweinepest wird sich auf diesem Weg wohl nicht mehr verhindern lassen.

Dabei wäre eine Begrenzung der Bestände und damit auch der enormen Wildschäden  möglich (gewesen): Experten empfehlen großräumige revierübergreifende Drückjagden auf mehreren Tausend Hektar im Herbst und Winter, wenn die großen Schläge abgeerntet sind. Doch das scheitere immer wieder in der Praxis, zum Beispiel an gemeinsamen Terminen oder fehlenden guten Jagdhunden. Zudem sei die Jagd von Bachen immer noch unnötig eingeschränkt. Die gesetzliche Aufgabe der Jagd, die Wildbestände den landschaftlichen und landeskulturellen Erfordernissen anzupassen, wurde nicht erfüllt. Der Norden und Osten Deutschlands haben nach den afrikanischen Steppen die höchsten Huftierdichten der Welt! 

Verschärft wird das Problem durch die riesigen landwirtschaftlichen Schläge mit energiereichen Pflanzen wie Raps und vor allem Mais. Die Wildschweine finden so reichlich Nahrung und Verstecke. Die intensive Landwirtschaft ist also nicht nur Leidtragender, sondern auch Verursacher. Das gilt auch für die industrielle Massentierhaltung: Das absurde System erfordert regelmäßige Transporte von Massen an Tieren für getrennte Aufzucht, Mast und zentrale Schlachtung, oftmals quer durch Europa. Die Ansteckung mit der Afrikanischen Schweinepest erfolgt laut Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit zumeist über verseuchte Speiseabfälle oder Schweinefleischprodukte oder eben über Viehtransporte, kontaminierte Maschinen oder Kleidung.

Bedenklich ist auch die derzeitige schlechte Vermarktungssituation für das hochwertige Lebensmittel Wildbret. Gerade der Markt für Wildschweinfleisch gerät derzeit zusätzlich durch Importe aus Nordamerika unter Druck, wodurch die Wildaufkäufer Schwierigkeiten haben, das Fleisch an den Großhandel loszuwerden. Regionale Vermarktungsstrukturen fehlen weitgehend. Wenn den Verbrauchern im Supermarkt Wildfleisch aus Amerika oder Neuseeland zu Billigstpreisen angeboten wird und heimisches Wild fast verschenkt werden muss und im Einzelhandel kaum zu finden ist, dann kann etwas nicht stimmen. Das müssen wir ändern.“

 

 

Redaktion

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