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Fachkräfte sichern – breites Bündnis für bessere Bildung geschmiedet

Zum Tagesordnungspunkt „Fachkräftesicherung im Lehramt“ auf der Klausurtagung der Linksfraktion heute in Banzkow erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

 

„Die Probleme im Bildungssystem von M-V sind vielfältig und sie spitzen sich stetig zu: Unterrichtsausfall, Lehrkräftemangel, zu große Klassen, Schulsterben auf dem Lande. Zugleich haben wir immer weniger Nachwuchs an Lehrkräften und viele Studienabbrecher im Lehramtsstudium. Die Landesregierung steht den gravierenden Mängeln weitgehend hilf- und ideenlos gegenüber. Ihre Lösungen erschöpfen sich weitgehend in Arbeitsgruppen und Modellprojekten.

 

Die wohl größte Herausforderung sind die bereits heute und künftig fehlenden Lehrkräfte. So sind allein 280 Stellen erforderlich, um der gestiegenen Zahl von Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden. Die Zahl der Schüler liegt um annähernd fünf Prozent höher als in der offiziellen Bedarfsprognose 2014 ausgewiesen. 400 Lehrerinnen und Lehrer brauchen wir für ein Vertretungsbudget, damit bei Krankheit von Lehrkräften nicht derart viel Unterricht ausfällt. Mindestens 80 Stellen für Lehrkräfte müssen darüber hinaus für Mentoren in der Referendarausbildung besetzt werden – die Stunden für allein verantwortlichen Unterricht der angehenden Lehrkräfte müssen auf fünf halbiert werden. Und nicht zuletzt brauchen wir Stellen, damit die Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger qualifiziert begleitet werden können.   

 

Das Herumdoktern der Bildungsministerin wird der Lage schon lange nicht mehr gerecht. Pädagogisch nicht ausgebildete und allenfalls schnellbesohlte Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger sollen die Lücken füllen, eine grundständige Ausbildung erhalten sie nicht, sie werden ins eiskalte Wasser geworfen. Der Unterrichtsausfall erhöht sich weiter und viel mehr als Stillbeschäftigung und Klassenzusammenlegung fällt der Bildungsministerin nicht ein. Die Vertretungslehrerstellen sind für Lehrkräfte unattraktiv und nur zu einem Bruchteil besetzt – das Konzept ist gescheitert.

 

Es sind grundlegende Änderungen bei der Ausbildung, der Gewinnung und der Sicherung neuer und vorhandener Lehrerinnen und Lehrer erforderlich. So müssen etwa in der Lehramtsausbildung neue Wege beschritten werden.

 

Wir haben auf der Klausur mit Vertretern der Lehrerschaft, von Universitäten, Eltern- und Schülervertretungen sowie der GEW deshalb beschlossen, ein Bündnis auf breiter gesellschaftlicher Basis zu schmieden, um die Landesregierung zu unterstützen. Wir wollen alle möglichen Ideen und Lösungswege diskutieren. Dabei darf es keine Tabus geben, denn die anstehenden Probleme erfordern kreative und nachhaltige Lösungen.“

Redaktion

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