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Junge Geflüchtete dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden

Linksfraktion im Kreistag begrüßt Stellungnahme des niedersächsischen Flüchtlingsrats

„Forderungen nach medizinischer Altersfeststellung bei allen unbegleiteten Flüchtlingen sind grundrechtswidriger Unfug. Röntgenaufnahmen stellen einen Eingriff in die persönliche Unversehrtheit und eine Vorverurteilung Schutzsuchender dar und die durch den Landkreis Hildesheim bekannt gemachte „DNA- Methode“ ermöglicht auch nur eine grobe Schätzung über das mögliche tatsächliche Alter“, erklärt Joachim Sturm, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Kreistag, zur aktuellen Debatte zur Altersfeststellung bei minderjährigen Schutzsuchenden. Sturm weiter: „Der niedersächsische Flüchtlingsrat hat umgehend reagiert und eine Stellungnahme hierzu abgegeben, der wir uns vollumfänglich anschließen. Zudem werden wir einen Antrag einbringen, der den Landkreis auffordert, künftig auf DNA-Tests zur Altersfeststellung bei minderjährig zu uns geflüchteten Menschen zu verzichten.“

Fraktionskollege Lars Leopold ergänzt: „Viele jugendliche Flüchtlinge sind aufgrund ihrer Erlebnisse im Herkunftsland und der Flucht traumatisiert, sie haben in ihrem jungen Leben viel Brutalität und Gewalt erlebt. Das rechtfertigt selbstverständlich keine Gewalttaten, aber wir müssen diesen Menschen helfen, die erlebten Traumata zu bearbeiten und persönliche Konflikte gewaltfrei zu lösen. Das erfordert vielmehr, dass junge, häufig traumatisierte Geflüchtete engmaschig betreut und unterstützt werden und dass es ausreichende psychologische Behandlungsangebote und Integrationsangebote gibt. Das aber wird durch die Einschätzung junger Geflüchteter als volljährig jedoch gerade verhindert. Darüber hinaus ist es völlig absurd, medizinische Altersfeststellungen als Mittel der Verbrechensprävention verkaufen zu wollen. Im Gegensatz zu Forderungen aus dem rechten Parteienspektrum nach anlasslosen, flächendeckenden medizinischen Altersfeststellungen wird dadurch keine Straftat verhindert. So wird kein Verbrechen verhindert, aber ein Generalverdacht gegen jugendliche Schutzsuchende geschürt.“

Redaktion

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