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Minister Remmel: Lippstadt weckt die schlafenden Riesen der Energiewende

(LPP) Neunte Station der Tour „ZukunftsEnergienNRW: Orte der Energiezukunft“ - Minister Remmel besucht Energieeffizienzstadt Lippstadt

Energieeffizienz und Energieeinsparung sind neben den erneuerbaren Energien die tragenden Säulen einer erfolgreichen Energiewende. Rund 30 Prozent des Energieverbrauchs können im Strom- und Wärmebereich eingespart werden, ohne den gesamtgesellschaftlichen Lebensstandard zu gefährden. Die Kommune Lippstadt geht als Energie-Großverbraucher voran und rüstet ihre gesamte Straßenbeleuchtung auf LED um.

„Lippstadt weckt die schlafenden Riesen der Energiewende und vermittelt seinen Bürgerinnen und Bürgern, dass jeder auf einfache Weise zum Stromsparen beitragen kann. Jede gesparte Kilowattstunde Strom unterstützt das Gelingen der beschleunigten Energiewende und schont gleichzeitig den Geldbeutel der Kommune“, so Umweltminister Johannes Remmel.

Zusammen mit einer Delegation der EnergieAgentur.NRW informierte sich Minister Remmel heute (10. April) auf der neunten Station seiner Initiative „ZukunftsEnergienNRW: Orte der Energiezukunft“ über Lippstadts Aktivitäten im Bereich Energieeinsparung und Klimaschutz.
Mit dem Projekt ‚1.111 LED-Leuchten’ stellt Lippstadt die städtische Straßenbeleuchtung auf effiziente LED-Technik um und reduziert so den CO2-Ausstoß um fast 400 Tonnen pro Jahr.
Der Sanierungsbedarf ist immens: Nach Schätzungen des Fachver¬bandes Elektroleuchten und Elektrische Lampen werden in 50 Prozent der deutschen Kommunen noch Straßenbeleuchtungen betrieben, die auf dem technischen Stand der 1960er Jahre sind. Nur drei Prozent der Lampen werden jährlich ersetzt. Das deutschlandweite Einsparpotential wird auf 2,7 Milliarden Kilowattstunden (kWh) bzw. rund 400 Millionen Euro geschätzt. Neben der Straßenbeleuchtung wurde auch die Saalbeleuchtung des Stadttheaters auf LED umgestellt. Hier reduzierte sich die installierte Gesamtleistung von 36 Kilowatt (kW) auf 4,5 kW, der Jahresverbrauch sank von 39.000 kWh auf 4.400 kWh.

Bei der energetischen Sanierung des Hanse Kollegs setzte Lippstadt auf Dämmung, kontrollierte Lüftung und Heizungstechnik mit einer Umstellung auf Holzpellets. Die Energieversorgung der Gebäude aller deutschen Kommunen (175.600 Gebäude) beläuft sich pro Jahr auf 2,2 Milliarden Euro. Fast 70 Prozent der Kosten werden durch die Wärmeversorgung verursacht. Der Energieverbrauch beträgt 37.100 Gigawattstunden. „Das Beispiel Lippstadt zeigt: Klimaschutz zahlt sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch aus. Jährlich können zwischen 60 und 200 Millionen Euro Energiekosten durch Effizienz eingespart werden“, so Remmel.

Die Lippstädter Aktivitäten rund um den Klimaschutz zeichnen sich vor allem durch ihre Vielfältigkeit aus. Besonders engagiert sind die Lippstädter Schulen: 14 Schulen und eine KiTa mit insgesamt 3.800 Kindern und Jugendlichen nehmen an dem Projekt „Klimaschule“ und „Klimakindergarten“ teil.

„In Sachen Klimaschutz ist den Lippstädtern schon vor Jahren im wahrsten Wortsinne ein Licht aufgegangen. Durch die konsequente Umrüstung unserer Straßenbeleuchtung auf die energiesparende LED-Technik (derzeit sind bereits über 1.000 LED-Leuchten im Einsatz) setzen wir ein deutliches Zeichen für den Klimaschutz“, sagte Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer. Ebenso konsequent investiert die Stadt seit Jahren in die energetische Gebäudesanierung an Schulen und weiteren öffentlichen Gebäuden. Seit Ende der 90er-Jahre gehören außerdem Energiesparprojekte in den Schulen zum Unterrichtsprogramm. Bürgermeister Sommer: „14 Klimaschulen liefern den Beweis für eine äußerst erfolgreiche Arbeit. Die Auszeichnung mit dem ,European Energy Award‘ ist ein deutliches Zeichen, dass wir mit unserer Energiearbeit auf dem richtigen Weg sind. Mit der ersten Lippstädter Klimaschutzwoche vom 20. bis 27. April 2013 bieten wir eine Plattform für alle Klimaaktiven in Lippstadt, um in Zukunft Klimas!
 chutz in Lippstadt gemeinsam noch effektiver zu gestalten und umzusetzen.“

„Klimaschutz ist längst zu einem weichen Standortfaktor für Unternehmen geworden. Kommunen, die sich hier engagieren und Leistungen vorzuweisen haben, haben einen deutlichen Wettbewerbsvorteil, wenn es um die Ansiedlung neuer Unternehmen geht“, sagt Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Zudem wirke sich Klimaschutz unmittelbar auf die fiskalische Bilanz der Kommune aus. Schneider: „Das Stadttheater ist ein Beispiel für die Wirtschaftlichkeit von Effizienzsteigerungen: Die Investition von 20.000 Euro in eine neue Beleuchtungsanlage hat sich bereits nach drei Jahren wirtschaftlich amortisiert.“

Lippstadt ist die neunte Station der Zukunftsenergie-Tour von Minister Remmel. Im Rahmen seiner Initiative „ZukunftsEnergienNRW: Orte der Energiezukunft“ besucht der Minister innerhalb der laufenden Legislaturperiode 60 ausgewählte Orte und Projekte im Bereich Zukunftsenergien, Energieeffizienz und -einsparung, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Geothermie.

Zum Auftakt der ZukunftsEnergie-Tour besuchte Minister Remmel Anfang Juli 2012 die Energie-Vorzeige-Gemeinde Anröchte im Kreis Soest.

Hrsg: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
des Landes Nordrhein-Westfalen - Pressereferat
Schwannstraße 3, 40476 Düsseldorf

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