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Bernd Wegner (MIT): „Rente mit 63“ darf nicht zum Risiko für Fachkräftesicherung im Mittelstand werden

(LPP) In der Diskussion um die Ausgestaltung der sogenannten Rente mit 63 warnt der Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU Saar, Bernd Wegner, vor nachteiligen Beschäftigungseffekten für den Mittelstand.
 
Laut einer jüngst veröffentlichte Studie der Baumann Unternehmensberatung sind von der geplanten Regelung, bereits zwei Jahre vor der Regelaltersgrenze abschlagsfrei in Rente gehen zu können, insbesondere mittelständische Unternehmen betroffen, da diese Möglichkeit in voraussichtlich 80 Prozent der mittelständischen Betriebe wahrgenommen wird.
 
In konkreten Zahlen ausgedrückt ist außerdem zu erwarten, dass in jedem fünften Unternehmen mehr als zehn Prozent der Belegschaft die neugeschaffene Regelung in Anspruch nehmen. „Durch die geplante neue Regelung droht ein massiver Abfluss qualifizierten Fachpersonals in den Ruhestand. Dies würde mitunter dazu führen, dass Mittelständler Aufträge ablehnen müssen, weil ihnen schlichtweg das qualifizierte Personal fehlt. Vor dem Hintergrund des bereits bestehenden und sich noch zu verstärken drohenden Fachkräftemangels dürfte sich die Situation in den betroffenen Betrieben noch weiter zuspitzen“, mahnt Bernd Wegner.
 
Neben der befürchteten Frühverrentungswelle müsse dem CDU-Politiker zufolge darüber hinaus noch über einen weiteren nachteiligen Effekt diskutiert werden. „Durch die bedingt durch das Reformpaket steigende Zahl der Rentenbezieher im Verhältnis zu Beitragszahlern ist in naher Zukunft entweder mit einer weiteren Absenkung des Rentenniveaus oder mit höheren Rentenbeiträgen zu rechnen. Letzteres würde aufgrund steigender Lohnkosten eine weitere Verteuerung des Faktors Arbeit bedeuten und zu einer weiteren Belastung des Arbeitsmarkts führen.“
 
Nicht nur angesichts des Fachkräftemangels, auch aufgrund des demographischen Wandels steht das Saarland vor immensen Herausforderungen. „Wir im Saarland sind verglichen mit anderen Bundesländern stärker vom doppelten Alterungsprozess betroffen. Dies bedeutet mehr und älter werdende Alte sowie weniger Junge, was unweigerlich weniger Fachkräfte für den Arbeitsmarkt nach sich zieht. Dazu ist es einerseits notwendig, bereits existierende Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen weiter voranzutreiben. In einem zweiten Schritt ist es von entscheidender Bedeutung, Facharbeiter und Spezialisten auf dem Arbeitsmarkt zu halten, anstatt Frühverrentungsanreize zu setzen. Wünschenswert wäre eine Rentenpolitik des flexiblen Renteneintritts, die Möglichkeiten zur längeren freiwilligen Teilhabe am Erwerbsleben bietet. Das Rentenreformpaket in seiner derzeitigen Ausgestaltung sendet die falschen Signale an den Arbeitsmarkt“, so Bernd Wegner.

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