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Land lässt Lehrer-Nachwuchs erneut abwandern

Zur heutigen feierlichen Zeugnisausgabe für die Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst am Seminar für Lehrämter in Halle erklärt der bildungspolitische Sprecher der Fraktion Thomas Lippmann:

„Es ist immer wieder sehr beeindruckend, mit welch hervorragenden Ergebnissen junge Lehrerinnen und Lehrer ihre lange Ausbildung sowohl an der Universität als auch anschließend in unseren Lehrerseminaren abschließen und mit welch hoher Motivation sie ihrem Einsatz in den Schulen entgegenfiebern.

Die meisten von ihnen wollen gern in Sachsen-Anhalt bleiben und ihr Wissen und Können dem Land zur Verfügung stellen. Nur wenigen von ihnen wurde jedoch in den letzten zwei Jahrzehnten überhaupt eine Chance geboten, in unseren Schulen zu arbeiten. Tausende Nachwuchskräfte mussten sich aufgrund der rigiden und höchst unflexiblen Einstellungspraxis außerhalb Sachsen-Anhalts eine Beschäftigungsperspektive suchen.

Ohne aus den Fehlern der Vergangenheit endlich Schlussfolgerungen zu ziehen, setzen die Schulbehörden auch heute noch ihren alten Trott viel zu später und viel zu komplizierter Ausschreibungen fort. So kündigt das Bildungsministerium nun schon seit Wochen eine neue Ausschreibung für dringend benötigte Neueinstellung an, ohne dass sich bisher irgendetwas getan hat.

Die Schulen leiden inzwischen immer stärker unter dem um sich greifenden Lehrkräftemangel, unter Unterrichtsausfall und übervollen Klassen und die jungen Lehrkräfte haben wieder einmal längst angefangen, sich anderswo nach einer Anstellung umzuschauen. Der Druck der Behörden etwa in Sachsen zwingt sie, sich dort schon vertraglich zu binden, bevor Sachsen-Anhalt mit seinen Angeboten überhaupt auf dem Bewerbermarkt auftaucht.

Wenn Landesregierung und Schulbehörden weiterhin so unentschlossen, verzagt und unprofessionell agieren, wird der Schaden für unser Schulsystem von Tag zu Tag größer. Von dem Ziel, allen in Sachsen-Anhalt ausgebildeten Lehrkräften hier im Lande eine Beschäftigung anzubieten und den Lehrkräftebedarf mit vollausgebildeten Lehrkräften zu decken, ist das Bildungsministerium weiter denn je entfernt. Die Schulen und die jungen Lehrkräfte brauchen keinen Minister der großen Worte, sie brauchen einen, der die Probleme endlich beherzt anpackt und Taten sprechen lässt.“

Redaktion

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