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Nebelkerzen zwischen den Feiertagen und keine gute Botschaft

Zum Interview von Bildungsminister Tullner in der Volksstimme vom 27.12. erklärt der Bildungspolitische Sprecher Thomas Lippmann:


„Auf die konkreten Fragen, die sich in immer mehr Schulen mit einem sorgenvollen Blick auf das kommende Jahr stellen, hat der Minister keine Antwort. Seine Aussagen im Interview gehen über unverbindliche Absichtserklärungen nicht hinaus. Statt endlich eigene Lösungen zu präsentieren schmückt er sich weiter mit den Federn seines Vorgängers oder zeigt mit dem Finger auf andere, wenn etwas schiefläuft. Die bittere Wahrheit ist, dass die Landesregierung und der Bildungsminister nicht an einer Verbesserung der Situation, sondern nur der Verwaltung und Vertuschung des Mangels arbeiten.

Selbst wenn die überraschende Ankündigung des Ministers, im kommenden Jahr nun doch bis zu 700 Lehrkräfte neu einzustellen, umgesetzt wird, kann damit die Zahl der derzeit im Unterricht eingesetzten Lehrkräfte – einschließlich der 185 befristeten Sprachlehrkräfte - voraussichtlich nicht gehalten werden. Damit lässt sich bei zusätzlich weiter steigenden Schülerzahlen nicht einmal die schlechte Unterrichtsversorgung aus diesem Schuljahr fortschreiben. Wahrscheinlicher ist, dass die Unterrichtsversorgung noch deutlicher unter die 100%-Marke absinken wird.

Die Gründe dafür liegen neben den weiterhin zu gering bemessenen Ausschreibungen zunehmend auch darin, die Stellen tatsächlich mit den gewünschten Bewerbern besetzen zu können. Hier wird sich spätestens im Sommer rächen, dass man in wenigen Tagen bis zu 100 der befristeten Sprachlehrkräfte aus dem Schuldienst entfernen wird. Denn die Erwartung, auch künftig noch alle Stellen neu mit vollausgebildeten Lehrkräften besetzen zu können, wird sich als unbegründete Illusion erweisen.      

Die Aufmerksamkeit des Bildungsministers gilt auch nicht wirklich der effektiven Erhöhung des Personalbestandes, sondern der weiteren Reduzierung des Unterrichtsangebotes. Mit der angekündigten „Steigerung der Effizienz der eingesetzten Mittel“ ist nichts anderes als ein weiterer systematischer Bildungsabbau gemeint, der wieder einmal vor allem Sekundarschulen, Gemeinschaftsschulen und Förderschulen treffen wird. Diese Schulformen sind bereits in der Vergangenheit in ihren Möglichkeiten stark eingeschränkt worden und verfügen aktuell über die schlechteste Versorgung mit Lehrkräften.

In besonderer Weise werden aber auch die Grundschulen von der verfehlten Personalpolitik der neuen Landesregierung getroffen werden. Der fortschreitende Mangel an Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeiterinnen wird fast alle Grundschulen im Land belasten – nicht nur kleine Dorfschulen. Die im Schulgesetz verankerte verlässliche Öffnungszeit wird durch die Mangelversorgung mit dem kommenden Schuljahr faktisch außer Kraft gesetzt.

Insgesamt ist absehbar, dass im kommenden Schuljahr die Mehrzahl aller Schulen nicht über die für die Erfüllung ihrer Aufgaben erforderliche Ausstattung mit Lehrkräften und pädagogischen Mitarbeiter*innen verfügen wird. Die Landesregierung und Bildungsminister Tullner stürzen die Schulen im weiter in einen Abwärtsstrudel, in dem überfüllte Klassen, millionenfacher Unterrichtsausfall, überlastete Lehrkräfte und damit ein beständig sinkendes Bildungsniveau zum Alltag werden."

Redaktion

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