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LINKE fordert unverzügliche Sonderregelungen für Migrationsschulen

Mit einem Brandbrief an den Ministerpräsidenten und den Bildungsminister hat das Kollegium der Gemeinschaftsschule Kastanienallee in Halle-Neustadt noch vor den Sommerferien erneut auf die Notsituation in ihrer Schule hingewiesen und durchgreifende Verbesserungen für das in drei Wochen beginnende Schuljahr gefordert. Zur besonderen Situation an der wachsenden Zahl von Grund-, Sekundar- und Gemeinschaftsschulen vor allem in den beiden Städten Halle und Magdeburg und zu den dafür jetzt dringend erforderlichen Maßnahmen erklärt der Vorsitzende und bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Lippmann:

„Für die lautstarken Notrufe aus immer mehr Schulen gibt es sehr handfeste Gründe. Ihnen steht in ihrem schulischen Alltag inzwischen im sprichwörtlichen Sinne das Wasser bis zum Hals. Wenn die Landesregierung und insbesondere das Bildungsministerium hier weiterhin nur zusehen, ohne durchgreifende Sofortmaßnahmen zu ergreifen, werden die Kollegien untergehen. Sie sehen sich zunehmend nicht mehr in der Lage, den massiv steigenden Belastungen weiterhin Stand zu halten und ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag für alle ihre Schülerinnen und Schüler zu erfüllen. Von Erfolg beim Bildungserwerb kann unter diesen Bedingungen mancherorts kaum noch die Rede sein. 

Im Zuge der verschiedenen Migrationsbewegungen hat sich in den letzten Jahren an einer wachsen Zahl einzelner Schulstandorte die Zahl der Migranten drastisch erhöht. Da mit dem wachsenden Anteil der Migranten an der Gesamtschülerschaft meist auch noch ein fortschreitender Personalmangel einhergeht, sind gravierende Sondersituationen entstanden, die jetzt Sondermaßnahmen erfordern. 

Fast die Hälfte der Schüler*innen aus migrantischen Familien besucht Grundschulen. Die älteren Schüler*innen werden zum weitaus größten Teil den Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen zugewiesen. In diesen Schulformen gibt es inzwischen vor allem in den beide Städten Halle und Magdeburg, aber auch in weiteren Städten in den Landkreisen wie etwa in Stendal oder Merseburg erhebliche Probleme, wenn Schulen einem Anteil ausländischer Schüler*innen von weit mehr als 20 Prozent, in extremen Fällen bis zu 70 Prozent, aufweisen.

Es ist nur ein kleiner Anfang und reicht bei Weitem nicht aus, wenn durch das Bildungsministerium jetzt ermöglicht wird, dass in den drei kreisfreien Städten die Grundschüler*innen besser auf die einzelnen Schulen verteilt werden. Die Probleme bestehen auch in anderen Städten und auch in Sekundar- und Gemeinschaftsschulen. Vor allem aber muss klar sein, dass sich der Anteil der ausländischen Schüler*innen an diesen Migrationsschulen (Anteil von migrantischen Schüler*innen deutlich über 25 Prozent) nur langsam und auf längere Sicht absenken lässt. Vorerst wird allein durch diesen Schritt nur wenig Entspannung eintreten. 

Neben einer besseren Steuerung bei der Zuweisung an die jeweiligen Schulen sind Sondermaßnahmen für die Personalausstattung dringend erforderlich. In den Migrationsschulen kommt es mehr als anderswo darauf an, die schulische Entwicklung der Schüler*innen durch ausreichendes und geeignetes pädagogisches Personal zu unterstützen. 


Die LINKE fordert deshalb unverzügliche Sonderregelungen für Migrationsschulen:


  • Aus den unbesetzten Stellen des laufenden Ausschreibungsverfahrens sofort bis zu 100 Stellen für Migrationslehrkräfte auszuschreiben, die – auch als Seiteneinsteiger – insbesondere als Klassenleiter und für die Sprachförderung eingesetzt werden können.
  • Mit der Aufstellung des Landeshaushaltes für 2019 die Voraussetzungen zu schaffen, 100 Schulsozialarbeiter einstellen zu können
  • In den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Migranten in besonderen Lerngruppen unter entsprechender Berücksichtigung ihrer schulischen Entwicklung der Hauptschulabschluss unter erleichterten Bedingungen erworben werden kann (ähnlich wie beim produktiven Lernen) 
Redaktion

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