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Fundierte Strategie für biologische Vielfalt im Land

In seiner Rede zu TOP 20 (Landesstrategie zur Sicherung der biologischen Vielfalt) erklärt der umweltpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dennys Bornhoeft:

 

„Jamaika verspricht neue Dynamik. Dies zeigen CDU, Grüne und FDP nun auch beim Thema Naturschutz. Schleswig-Holstein wird wie alle anderen Bundesländer eine eigene Landesstrategie Biodiversität aufsetzen. 

Diese Strategie benötigen wir in Schleswig-Holstein dringend, da wir nur bei einer umfassenden Analyse des Ist-Zustandes die Situation um Flora und Fauna im Land wirklich bewerten können. 

 

Wie steht es um den europäischen Flusskrebs? Wie sehr rückt ihm der Luisana Flusskrebs bereits auf die Pelle? Gleiches gilt für die europäische Sumpfschildkröte und die indische Schmuckwangenschildkröte. Mittlerweile existieren zahlreiche dieser invasiven Arten in Schleswig-Holstein (z.B. Bärenklau, Bisamratte, Regenbogenforelle, Wollhandkrabbe, ggf. auch der Nandu in Lauenburg) – diese invasiven Arten sind die Kehrseite der Globalisierung. Einige Arten wurden im vorletzten Jahrhundert für die Jagd oder zur Pelzzucht aktiv hierher gebracht, andere kamen durch den weltweiten Schiffsverkehr als blinder Passagier. Letzteres wird mittlerweile zum Glück besser geregelt, da es nun Vorgaben zum Austausch von Ballastwasser bei der Schifffahrt gibt. 

 

Für unser ländlich geprägtes Land ist es wichtig, den Erhalt der Naturlandschaften mit der Pflege der Kulturlandschaften dauerhaft miteinander in Einklang zu bringen. Als Landwirt möchte man die Vielfalt nicht unbedingt auf dem eigenen Feld. Man will Gerste, Roggen oder Weißkohl. Das ist auch verständlich;  die wenigsten möchten, wenn sie Weizenbrot kaufen, Jakobskraut und Gräser mitessen.

 

Wichtig für Schleswig-Holstein ist ein gesundes Landschaftsbild, natürlich nicht nur für den naturnahen Tourismus, auch als Einwohner wird man hieran ein großes Interesse haben, dass es der landschaftlichen Heimat gut geht. 

 

Zu einem gesunden Landschaftsbild gehören für uns auch die über Jahrhunderte und Generationen gewachsenen und geschaffenen Kulturlandschaften. Diese dürfen hierbei nicht ins Hintertreffen geraten. Zum Beispiel das Verschlammen lassen von Fließgewässern kann und wird sich negativ auf die Ökosysteme auswirken. Es entstehen anaerobe Verhältnisse, Sauerstoffarmut, Eutrophierung – Artensterben kann die Folge sein. Der europäische Flusskrebs als Beispiel ist eine Indikatorgattung für Gewässergüte. Der Krebs braucht klares, sauerstoffreiches Wasser. 

Das Verschlicken von Gewässern führt zu steigenden Grundwasserspiegeln. Hierdurch werden mehr Nährstoffe aus den Böden ausgeschwemmt. Für unsere Nitrat- und Phosphatverhältnisse ist dies kaum erträglich. 

 

Diese zwei Beispiele zeigen auf, dass Wirkungszusammenhänge wissenschaftlich erhoben und festgestellt werden müssen (Warum kommt eine Art nicht mehr vor?  Warum ist der Nitratgehalt so hoch?). Ansonsten laufen wir Gefahr, dass Naturschutzziele gegeneinander laufen.

 

Festzustellen bleibt, dass die Kultivierung von Flächen nicht von vornherein zum Erzfeind erklärt wird. Der Mensch ist Teil der Natur. Was ihn von den meisten anderen Arten unterscheidet ist, dass er seit jeher die Umwelt und Landschaft formt. Mit der Landesstrategie Biodiversität möchten wir gewährleisten, dass ein sinvoller Ausgleich zwischen naturbelassener und menschlich genutzter Landschaft gefunden wird und sich wissenschaftlich auf aktuellem Stand befindet.“

Redaktion

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