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Neue Anreize für Meisterinnen und Meister schaffen

Handwerk hat goldenen Boden, dieser Satz ist auch heute nicht falsch. Für die SPD-Landtagsfraktion will ich mich darum ausdrücklich bei den Handwerksbetrieben für ihre Ausbildungsbereitschaft bedanken. Gerade Handwerksbetriebe werden häufig über Generationen hinweg erfolgreich geführt. Sie sind Ort guter Arbeit und Ausbildung. Sie stehen gleichzeitig für ihre Bereitschaft zur Innovation, hohe Qualitätsstandards und hochwertiger Produkte. Jede Meisterin jeder Meister hat dafür unseren Respekt verdient. Der goldene Boden wird aber immer wackeliger, weil ein Fundament auf dem er steht, immer brisanter wird. Die Betriebsnachfolge – es fehlt schlicht an Nachfolgern für die Unternehmen in Schleswig-Holstein. Deshalb müssen Anreize geschaffen werden, damit mehr Menschen den Mut aufbringen, ein Unternehmen bzw. ein Handwerksbetrieb zu übernehmen. 

Da fangen wir in Schleswig-Holstein nicht bei Null an. Bei der Investitionsbank gibt es Förderlotsen, die Existenzgründerinnen und -gründer beraten. Denn nur optimale Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten zu Eigenkapitalanforderungen und Sicherheiten und zu Anforderungen an Gründungs- und Unternehmenskonzepte bilden die Grundlage für eine nachhaltige Gründung. Und es gibt ein Gründungsstipendium. Damit werden Absolventen sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen bei der Gründung eines eigenen Unternehmens in Schleswig-Holstein unterstützt. 1.600 Euro pro Person für eine Laufzeit von sechs Monaten.

Was in diesem Bereich möglich ist, muss sich auch auf das Handwerk übertragen lassen. Deshalb macht eine Meistergründungsprämie durchaus Sinn und eine allgemeine Gründerprämie für sämtliche Übernahmen von Betrieben bzw. von Unternehmen einzuführen, wie der SSW das fordert, muss zumindest genauer betrachtet und diskutiert werden. Sie allein können aber nicht alle Probleme für die Handwerksbetriebe lösen, daher unser Änderungsantrag. Denn Handwerksbetriebe, die nach der Handwerksordnung der Meisterpflicht unterliegen, können den Handwerksbetrieben ohne Meisterpflicht und anderen Unternehmen nicht gleich gesetzt werden. Die Meisterpflicht bedingt, dass ein Betriebsnachfolger den Meistertitel erworben haben muss, oder zusätzlich einen Meister anstellt, was bei kleinen Handwerksbetrieben eher die Ausnahme sein wird. Das heißt, diese besondere Hürde muss in der Förderpraxis genauer betrachtet werden.

Da es ohne Meister keine Prämie und damit keine Nachfolge oder Gründungen gibt, müssen auch genügend Gesellen bereit sein, einen Meistertitel erwerben zu wollen. Und nur dann ergibt sich auch ausreichendes Nachfolgerpotential. Die Zahl der Meister- Absolventen stagniert in Schleswig-Holstein in den zurückliegenden Jahren  und liegt im Schnitt bei 609 Absolventen. Und das bei 31.000 Handwerksbetrieben in Schleswig-Holstein. In Deutschland ist seit 2013 die Zahl der Meisterweiterbildungen sogar rückläufig. Die SPD-Landtagsfraktion steht für eine mittelstandsfreundliche und handwerksorientierte Wirtschaftspolitik. Dabei wollen wir wirtschaftlichen Erfolg mit guter Arbeit verknüpft wissen. Das geht nur mit guter Aus- und Weiterbildung. Wir brauchen darum mehr Meisterinnen und Meister, deshalb wollen und brauchen wir die Gebührenfreiheit der Meisterausbildung. Deshalb wollen fordern wir eine Reform des Aufstiegsfortbildungsgesetzes zur vollständigen Übernahme der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren der Meisterausbildung. Bildung muss in allen Phasen gebührenfrei sein. Von der Kita bis zum Studium oder zur Meisterausbildung. Dies ist für Techniker-, Meister- und Fachwirtkurse derzeit noch nicht gegeben. Das ist ungerecht und trägt zur mangelnden Attraktivität dualer Ausbildungsberufe bei. Darum liebe Koalition, wenn Sie die Meistergründungsprämie wirklich zum Erfolg bringen wollen, stimmen Sie auch unserem Antrag zu. Denn nur beides gemeinsam wird zu einer wirklich Runden Sache für das Handwerk.

 

Redaktion

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