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Es wird ein Konzept für ein umfassendes Bildungsmonitoring geben

In ihrer Rede zu TOP 18 (Bericht über die Unterrichtssituation weiterentwickeln) erklärt die bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Anita Klahn:

 

„Für Eltern ist es  oft nur ein Gefühl: Das Kind kommt schon wieder früher nach Hause, die Zahl der Freistunden, oder die des eigenverantwortlichen Arbeitens (EVA), nehmen  zu. Vertretungsunterricht durch nicht ausgebildete Lehrkräfte erweckt den Eindruck, dass unsere Schulen ihrem Lehrauftrag nicht ausreichend nachkommen.

 

Wie gut oder schlecht die Unterrichtsversorgung in den einzelnen Schularten tatsächlich ist, versuchten verschiedene Landesregierungen in den letzten Jahren mit unterschiedlichen Methoden statistisch darzustellen. Zufriedenstellend war keine und Lösungen lieferten sie schon gar nicht. Dabei ist es für eine vorausschauende Personalentwicklung wichtig, valide und transparente Statistiken zur Unterrichtssituation zu bekommen. Wir müssen wissen, wo Problemfelder sind, um sie beseitigen zu können.

 

Die SPD beweist mit ihrem Antrag, dass sie diesen politischen Gestaltungs-willen nicht hat. Allein mit dem Ausweiten der bestehenden statistischen Mittel schaffen wir noch keine Qualitätsverbesserung. Den Bürgern will die SPD suggerieren, dass sie endlich den Finger in die bildungspolitische Wunde legen. Dabei ist sie selbst für diese Wunde verantwortlich. Sie haben es doch beispielsweise erst ermöglicht, dass Lehrkräfte mit der 1. Staatsprüfung, die nicht im Vorbereitungsdienst sind, im Unterricht eingesetzt wer-den dürfen. Auf die damit verbundenen Probleme haben wir Freie Demokraten deutlich hingewiesen.

 

Der Unterschied zwischen dieser und der letzten Regierung liegt darin, dass wir die Augen vor den Problemen in den Schulen nicht verschließen, wir schauen ihnen ins Gesicht und werden wirksam Abhilfe schaffen. Dazu brauchen wir eine verlässliche Datenbasis und müssen wissen, was gute  moderne Schulen brauchen. Wir wollen eine wirkliche Transparenz wie es sie in der Vergangenheit nicht gab. Das Schönen von Zahlen muss endlich ein Ende haben – zum Wohle der Bildung in unserem Land, zum Wohle unserer Kinder und deren Zukunft.

 

Wir bitten daher die Landesregierung, mit unserem Alternativantrag ein Konzept für ein umfassendes Bildungsmonitoring zu erarbeiten, das verschiedenste Erhebungen, Statistiken und Berichte zu Bildungsstandards und zur Qualitätssicherung miteinander verknüpft. Dabei sehen wir den bisherigen Bericht zur Unterrichtsversorgung nur als Teil des Bildungsmonitorings. Natürlich werden wir den Bericht erweitern müssen. So sollen auch Informationen über die Qualifizierung aller Personengruppen enthalten sein, die zur Sicherung der Unterrichtsversorgung eingesetzt werden. Das PUSH-System bietet hierfür eine Basis, die es zu erweitern gilt.

 

Im Übrigen: Daran, dass es immer auch einen Bedarf für Lehrkräfte geben wird, die Ersatzunterricht erteilen, werden wir nichts ändern können. Vertretungen werden immer vorkommen, solange Menschen den Unterricht erteilen. Wobei natürlich die Zahl der Vertretungsstunden möglichst gering zu halten ist – in diesem Sinne ist auch die Befragung des Bildungsministeriums zur Gesundheit und Arbeitsbelastung der Lehrer so wichtig. Nur muss der Unterricht von Vertretungskräften eine hohe Qualität haben. Dafür müssen wir die Voraussetzungen schaffen.

 

Gute Politik zeichnet sich dadurch aus, dass sie Probleme und Pannen, die unweigerlich auftreten, zu managen weiß. Helfen kann uns in diesem Punkt die Digitalisierung – nicht nur, wenn es um die Erhebung von Daten und deren Auswertung geht, sondern auch, wenn wir Lehrkräfte mit Material aus-statten wollen, welches ihnen erlaubt, im Notfall guten Ersatzunterricht zu erteilen. Das Teilen von Erfahrungen und das Vernetzen des Wissens wird uns künftig auch dabei helfen, das Niveau des Unterrichts – gerade auch des Ersatzunterrichts – zu steigern.“

 

Redaktion

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