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Konsequenz aus NSU-Untersuchungsausschuss

Die als Konsequenz aus dem NSU-Untersuchungsausschuss der vergangenen Legislatur geforderte und in den Koalitionsvertrag aufgenommene Dokumentationsstelle nimmt konkrete Züge an. Die Amadeu Antonio Stiftung hat sich als Träger für das Projekt beworben. 

 

Der Stiftungskoordinator der Amadeu Antonio Stiftung, Timo Reinfrank, kommentiert den Antrag mit den Worten: „Die Stärkung der demokratischen Zivilgesellschaft, der gegenseitige Transfer zwischen Forschung und Praxis und die wissenschaftliche Analyse von demokratiegefährdenden Bewegungen und Radikalisierungsprozessen sind nötiger denn je, wie das immens gestiegene Ausmaß rechter Gewalt in den letzten Monaten deutlich macht. Die Amadeu Antonio Stiftung begrüßt es, dass gerade das Bundesland Thüringen, in dem der rechtsterroristische NSU entstanden ist, nun eine Vorreiterrolle einnimmt. Als bundesweite aktive und international vernetzte Stiftung wollen wir darum die Einrichtung einer unabhängigen Dokumentations- und Forschungsstelle gegen Menschenfeindlichkeit in Thüringen unterstützen und vorantreiben. Deswegen haben wir uns beworben.“

 

Dorothea Marx (SPD), Madeleine Henfling (BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN) und Katharina König (DIE LINKE), Mitglieder im NSU-Untersuchungsausschuss, begrüßen ausdrücklich die Bewerbung der Amadeu Antonio Stiftung: „Dies ist eine Forderung des ersten NSU-Untersuchungsausschusses im Thüringer Landtag, die wir im Koalitionsvertrag verankert haben und die nun hoffentlich ihre Umsetzung findet.

Aus der detaillierten Arbeit des Untersuchungsausschusses hat sich gezeigt, dass eine kontinuierliche Analyse rechtsextremer Aktivitäten und Strukturen eine wichtige Voraussetzung zur frühzeitigen Abwehr von Angriffen auf die Demokratie und die offene Gesellschaft ist. Diese gibt es bisher nicht. Wir freuen uns, dass ein bundesweit anerkannter und kompetenter Träger wie die Amadeu Antonio Stiftung diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe übernehmen will.“

Die beiden Strukturprojekte des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit, „mobit“ (Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus) und „ezra“ (Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Thüringen) äußern sich ebenfalls positiv.

 

Sandro Witt, Vorstandsvorsitzender von mobit e.V., erklärt: „Mit der Amadeu Antonio Stiftung verbinde ich eine über Jahre gewachsene, vertrauensvolle und gleichzeitig fachlich versierte Zusammenarbeit. Ich unterstütze die Bewerbung der Stiftung als Projektträger, da es eine weitere Professionalisierung für die Arbeit in Thüringen bedeuten würde. Es ist gut, dass die Dokumentations- und Forschungsstelle nun auf den Weg gebracht wird und eine enge Kooperation mit mobit vorgesehen ist. Ich bin überzeugt, dass von der Institutionalisierung des Austauschs zwischen Forschung und Beratung alle profitieren werden.“

 

„Für ezra bedeutet der hoffentlich baldige Start der Arbeit der Dokumentationsstelle den Gewinn eines wichtigen Partners, mit dem die Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt eng kooperieren möchte, um Erkenntnisse, Erfahrungen, Problembeschreibungen und Analysen aus der Perspektive von Betroffenen in die wissenschaftliche und gesellschaftliche Debatte einzubringen. Mit der Amadeu Antonio Stiftung bewirbt sich ein Träger für die Dokumentationsstelle in Thüringen, der schon lange in diesem Themenfeld ein geschätzter Partner ist. Seine Arbeitsergebnisse und den Wissenstransfer kann die Stiftung in ihre bundesweite Vernetzung einbinden. ezra freut sich über die Bewerbung der renommierten Stiftung, so Christina Büttner, Projektkoordinatorin von ezra.

Redaktion

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