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Schritte gegen wachsende Altersarmut dringend notwendig

Nach den vorgelegten Erwerbsdaten des Thüringer Landesamtes für Statistik müssen immer mehr Menschen ab 65 Jahre einen Nebenjob ausüben, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dazu Ina Leukefeld, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Nur durch gut bezahlte Arbeit während der Erwerbstätigkeit und ein sicheres, solidarisches Rentensystem wird man in der Lage sein, Menschen im Alter vor Armut zu schützen und ihnen einen würdigen Altersruhestand zu garantieren. Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung der Partei DIE LINKE nach einer Mindestrente in Höhe von 1.050 Euro netto im Monat.“

 

Die Abgeordnete weiter: „Die Zahl der älteren Menschen, die neben ihrer Rente eine weitere Erwerbsquelle zur Sicherung ihres Lebensunterhaltes benötigen, ist in den letzten zehn Jahren um fast das Dreifache gestiegen. 23.000 Menschen über 65 Jahre benötigen derzeit in Thüringen einen Nebenjob, um ihre Rente aufzubessern. 2006 waren dies noch 8.000. Damit bestätigen sich leider die wiederholten Warnungen der LINKEN vor einer falschen Rentenpolitik der Bundesregierung, die zu mehr Altersarmut hauptsächlich in Ostdeutschland führt.“ Dies liege nicht nur an der verschleppten Angleichung der Ost- und Westrenten, sondern auch an der lange Zeit in Thüringen favorisierten Niedriglohnstrategie. „Das rächt sich jetzt bitter bei den Betroffenen, die neben zahlreichen Brüchen in ihrer Erwerbsbiografie auch noch mit Niedriglöhnen und Billigjobs abgespeist wurden und im Alter Grundsicherung oder eine kleine Rente beziehen, die zum Leben nicht reicht.  Noch heute gibt es große Unterschieden zwischen Durchschnittsentgelten in Ost und West. Equal Pay muss also nicht nur für Frau und Mann, sondern auch für die Bezahlung in Ost und West gelten. Wenn wir hier nicht schnell handeln, wird sich das Problem massiv verschärfen“, so Ina Leukefeld.

 

Bundesregierung und Bundesrat haben im Juli zwar eine mehrstufige Angleichung der Renten bis 2025 beschlossen, gleichzeitig wird aber der sogenannte Hochwertungsfaktor zum Ausgleich der Lohnunterschiede und damit der Rentenhöhe zwischen Ost und West im gleichen Zeitraum abgeschafft. „Das wird die Altersarmut verstärken. Die rot-rot-grüne Landesregierung bereitet deswegen zurzeit eine Initiative zur Sicherung des gesetzlichen Rentensystems vor“, sagt die Landespolitikerin und verweist zugleich auf das LINKE-Programm zur Bundestagswahl: „Wir haben als einzige Partei ein seriöses und umsetzbares Konzept für eine grundlegende Reform der Rentenpolitik aufgestellt. Wir wollen das Rentenniveau wieder auf 53 Prozent anheben, für Menschen mit niedrigen Einkommen fordern wir die Einführung einer solidarischen Mindestrente in Höhe von 1.050 Euro netto im Monat. Mit der Anerkennung von Ausbildungszeiten als auch Tätigkeiten im Ehrenamt und der Berücksichtigung von Kindern als auch Pflegezeiten bei der Berechnung der Rente tragen wir einem modernen Gesellschaftsbild Rechnung und beugen so nachhaltig wirksam der Altersarmut vor.“

Redaktion

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