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Sachverständige lehnen Rasseliste ab

Alle angehörten Sachverständigen, so eine erste Bilanz der Linksfraktion
im Thüringer Landtag nach der öffentlichen Anhörung zum
Tiergefahrengesetz, befürworten Regelungen, die den Gesetzeszweck ,
Gefahren im Umgang mit Tieren vorzubeugen, auch wirklich gewährleisten
können. „Dazu gehört jedoch für die übergroße Mehrheit nicht die so
genannte Rasseliste, die Hunden einer bestimmten Rasse per se
Gefährlichkeit unterstellt“, so Sabine Berninger, stellvertretendes
Mitglied im Innenausschuss.

Sachkunde und Hundeführerschein für alle HundehalterInnen sind die beste
Gewähr, so die nahezu einhellige Meinung. Die Einordnung aufgrund der
Rassezugehörigkeit zu gefährlichen Hunde berge für alle anderen Hunde die
Gefahr der Verharmlosung als per se ungefährlich und forciere demzufolge
auch distanzloses Verhalten gegenüber als Familienhunden eingeschätzten
Hunden.

Von den anwesenden Angehörten plädierte einzig der Gemeinde- und
Städtebund für die Beibehaltung der Rasseliste, die Hunde der Rassen
Pittbull-Terrier, American Staffordshire-Terrier,
Staffordshire-Bullterrier, Bullterrier sowie Kreuzungen dieser für
gefährlich erklärt - unabhängig ihres Verhaltens. Die anderen
Sachverständigen werteten die Rasseliste unisono für nicht geeignet,
den Schutzzweck de Gesetzes zu erfüllen.

„Wir betrachten diese Anhörung als letzten Schritt der im
Koalitionsvertrag vereinbarten Evaluierung des Tiergefahrengesetzes.
Neben den statistischen Daten zu Beissvorfällen, die keinen Beleg für
die Gefährlichkeit der Listenhunde liefern, sind die Hinweise
der angehörten Sachverständigen wichtige Impulse für die Arbeit am
Gesetzentwurf der Landesregierung", resümiert die LINKE-Abgeordnete Berninger.

Insgesamt 29 ExpertInnen und Institutionen waren vom Ausschuss um eine
mündliche oder schriftliche Stellungnahme gebeten worden, zur mündlichen
Anhörung äußerten sich insgesamt 11, darunter die Stadt Gera, die
Landestierärztekammer und der Deutsche Tierschutzbund. Zudem liegen dem
Ausschuss zahlreiche schriftliche Stellungnahmen und die
Meinungsäußerungen im Online-Diskussionsforum vor. Die Anhörung wird nun
in den Fraktionen, dann im Ausschuss ausgewertet und dann entschieden,
wie mit dem Gesetzentwurf weiter verfahren wird.

Redaktion

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